Die Legende von Bu und Yu

#1
ooc: Ich war lange weg und bin dann sehr plötzlich wieder aufgetaucht. Ihr habt mich sehr nett wieder aufgenommen und - wie schon hundertmal gesagt in den letzten zwei Monaten - ich freue mich irre, dass es den Stamm noch gibt.

Es gab aber auch IC einige Fragen dazu, ob das wirklich Mama Jippa ist, ob sie wieder lebt oder nie tot war, und was sonst zu ihrer Rückkehr geführt hat. Die folgende Geschichte klärt das auf. Sie kann gern grundsätzlich als IC-Wissen behandelt werden, denn Jippa hat mit den Bossen, Un'tala und einigen anderen schon über das Thema gesprochen. Sie hat sich nur deutlich knapper ausgedrückt. Aber was unten folgt, kann also gern grundsätzlich allen bekannt sein.

Diese Geschichte schließt sich sozusagen an das Ende von "Kreuzwege" an. Damals ist Mama Jippa mit einem Messer im Herzen ins Meer gestürzt. Und ihre Schwester Semmih hat Ula'tek im Rahmen eines Rituals aufgefordert, dafür zu sorgen, "dass Ghinzan 'ne neue Chance kriegt, und dass sie dahin kommt, wo sie hingehört".

Kreuzwege: viewtopic.php?f=7&t=172&sid=4f62c7c45cd ... abb32a95e8
Semmih - zum Kennenlernen: viewtopic.php?f=7&t=175&sid=4f62c7c45cd ... abb32a95e8

Und das hier passierte danach.
Zuletzt geändert von Mama Jippa am Freitag 26. April 2019, 08:21, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Die Legende von Bu und Yu

#2
Die Legende von Bu und Yu

I

Azeroth ist eine Welt voller magischer Orte. Doch die Insel Yoke ist keiner davon.

Yoke ist klein, sandig und unbedeutend. Was es vielleicht am stärksten auszeichnet, das ist, dass hier so gut wie nie etwas Besonderes passiert. Ein Tag ist wie der andere, und sie alle gleichen sich insbesondere durch das Ausbleiben interessanter Ereignisse.

Weil Yoke so weit abseits der großen Schiffahrtsrouten liegt, erhält Meister Wodu nur selten Gelegenheit, zum Festland zu fahren. Jetzt aber konnte er die Mitfahrt auf einem Schiff ergattern.
In Sen’jin macht er Besorgungen und kehrt dann bei seinem Kollegen Meister Gadrin ein.

„ich glaube dir schon, dass es hier schwierig ist, mann“, sagt er abends, als sie auf Gadrins Veranda sitzen, zu seinem Gastgeber. „Du erzählst von vielen Dingen: Von der Allianz und der Brennenden Legion, von der Ausbildung neuer Truppen, von dieser kalten Welt im Norden und von Schwarzen Drachen, von der Politik und den Flüchen und all diesen Dingen.“

Meister Wodu ist schon angetrunken vom Dschungelrankenwein, und daher spricht er weiter: „Aber wir auf Yoke haben es auch nicht leicht, weißt du mann? Erstens ist da der Werber der Horde. Der kommt einmal im Jahr und nimmt einen Tribut an zwei oder manchmal sogar drei jungen Leuten mit, und um die sorgen wir uns.
Und wir haben auch andere Sorgen. Wenn es zum Beispiel zu lange nicht regnet, dann sorgen wir uns, dass das Süßwasser ausgehen könnte. Wenn es aber zu viel regnet, könnte das den fruchtbaren Boden wegspülen. Ist es windig, dann fürchten wir den Sturm. Ist es aber zu windstill, dann können die großen Kanus nicht so weit hinausfahren und können nicht so viele Fische fangen.
Überhaupt, das Fischen macht uns viele Sorgen auf Yoke: Sind nämlich bei einem Fischzug nur wenige Fische in den Netzen, dann fürchten wir, dass unsere Kinder hungern müssen. Sind es aber ganz, ganz viele, dann sorgen wir uns, dass es ein schlechtes Omen ist.
Du siehst also, dass wir auf Yoke auch Sorgen haben. Mindestens so viele wie ihr hier in Sen’jin, mit eurem Krieg und der Brennenden Legion und all dem.“
Meister Wodu hätte all das wohl besser nicht gesagt, denn Meister Gadrin lacht und lässt dabei fast seine Kräuterzigarette ausgehen.


II

Als Meister Wodu auf die Insel zurückkehrt, da stellt er fest: Etwas Besonderes ist geschehen.

Alle sind aufgeregt. Die Leute rufen: „Der Fischer Bu hat etwas aus dem Wasser gezogen! Sieh es dir an Meister, wir haben es hier in die Hütte gebracht!“
In der Hütte wartet Bukembe, den alle Bu nennen. Er ist ein junger Fischer mit weißen Hauern, wachen Augen und einem harmlosen Lächeln. Vor ihm, auf einer Bastmatte, liegt ein Trollmädchen.
„Hab sie einfach im Wasser gefunden“, sagt Bu staunend. „Sie trieb da so rum, mitten in Treibgut aus Richtung Osten. Konnt‘ sie doch no’wee absaufen lassen, mann.“
Das Mädchen ist eher eine Frau, aber eine junge Frau. Sie ist klein und schmal, ohne Narben oder Tattoos. Seltsam ist das, und Meister Wodu kommt sie vor wie etwas, das man frisch aus dem Ei gepellt hat. Er macht sich Sorgen.
„Das is‘ seltsam“, sagt er. Aber unheilige Zeichen sind an der jungen Frau genau so wenig zu erkennen wie heilige Zeichen, und dann schlägt sie die Augen auf und wirkt kein bisschen gefährlich.
Groß sind diese Augen. Unschuldig, unwissend und offen. Da ist nichtmal genug Erfahrung für Angst in ihnen zu sehen.
„Oh hey, tazz‘dingo“, sagte sie schwach. „Wer seid ihr Typos denn?“
Dem Fischer Bu ist anzusehen, dass er nicht zu retten ist. „Ich bin Bu“, sagt er staunend. „Und wer bis‘ du? Wie bis‘ du denn ins Meer gekommen, mann?“
„Keine Ahnung“, sagt die junge Frau. „Aber ich fühl mich total gut.“ Und dann, als wäre das ein großartiger Witz, muss sie lachen. So erleichtert und frei lacht sie, dass die anderen alle einstimmen.
Nur Meister Wodu nicht. Er macht sich noch mehr Sorgen.


III

Der Werber der Horde ist auf der Insel angekommen. Er ist ein tätowierter Taure und prüft die jungen Männer und Frauen sehr genau. Zwei von ihnen will er in diesem Jahr mitnehmen, und das macht dem Dorf Sorgen. Denn von denen, die zur Ausbildung nach Orgrimmar gebracht werden, kommt eigentlich nie einer zurück.

Meister Wodu ist grüblerisch. Da ist es eine schön Ablenkung, dass er Bukembe und der jungen Frau zusehen kann: Sie ist inzwischen wieder bei Kräften, und sie haben ihr dieselbe einfache Kleidung gegeben, die alle im Dorf tragen. Sie sitzt bei Bukembe und schaut ihm dabei zu, wie er Netze flickt. Dann geschieht etwas – aus der Ferne kann Meister Wodu nicht sagen, was das ist – und sie lacht. Es ist ein volles, klingendes Lachen, das ihn selbst zum schmunzeln bringt.


IV

Zwei Monate sind vergangen. Meister Wodu hat die junge Frau zufällig am Strand getroffen, wo sie flink auf Bäume geklettert ist und Früchte abgeschnitten hat.
„Kannst du dich inzwischen daran erinnern, woher du komms‘, oder an deinen Namen? Wir können dich doch nich‘ für den Rest deines Lebens Yu nennen, mann.“

Denn Yu – das heißt Sonne – nennt man sie inzwischen im ganzen Dorf. Jetzt strahlt sie Meister Wodu an und schüttelt den Kopf so fröhlich, als wäre es etwas Gutes, sich nicht zu erinnern.

„Nö, keine Ahnung.“ Sie wird etwas ernster. „Ich hoff‘, dass mich keiner irgendwo vermisst. Das würd‘ mir so leidtun, weißt du mann? Aber ich selbst, ich find’s nicht schlimm. Hier bei euch is‘ es so schön, und Bukembe, der… also… öhm er bringt mir das Fischen bei, und wie man ein Boot fährt..“
Meister Gadrin zuckt die Achseln und wiegt das Haupt. „Ach na ja, wir haben auch viele Sorgen. Es ist nich‘ immer ein leichtes Leben auf Yoke.“
„Alle sagen immer, wie eintönig es hier is. Aber ich finde es wunderbar bei euch. Für mich is‘ die Insel ein magischer Ort.“ Yu deutet auf die abgeschnittenen Früchte. Mit dem Messer geht sie geschickt um. „Bu hat gesagt, dass ein Fest alle aufheitern würde. Also wollten wir euch heute Abend einladen. Ein Schwein soll auch gegrillt werden!"

So sitzen sie am Abend alle zusammen und essen und feiern. Es ist schon seltsam, wie schnell Yu im Dorf angekommen ist. Und sie tanzt auch gut, ausgelassen mit den anderen. Besonders ausgelassen mit Bukembe, der später noch ein Lied für sie singt.

Nur ganz am Schluss des Abends erwischt Meister Wodu sie dabei, wie sie auf einem Baumstumpf sitzt und in die Flammen des Strandfeuers starrt.
„Ich fühl‘ mich ganz neu“, murmelt sie. „Leicht wie ´ne Feder, ganz seltsam is‘ das. Ich glaub‘, wenn ich wollte könnt‘ ich ganz anders sein. Aber ich will nich‘, und ich find’s hier schön.“ Sie zögert und schaut ihn dann fragend an. „Meinst du, dass mit mir alles oh key is, Meister Wodu?“
Er weiß nicht, was er ihr sagen soll. Eigentlich macht er sich wegen ihr keine Sorgen, und so nickt er und lächelt auch.
„Klar, mann. Du tust dem Dorf gut. Also bleib.“


V

Es ist nicht ganz ein Jahr vergangen, seit man Yu aus dem Wasser gefischt hat. Da legt Meister Wodu ihre kleine Hand auf die von Bu, und sagt: „Die Loas sind Zeugen mann! Die Opfer sind gebracht, die Omen sind gut, der Bund is‘ geschlossen! Ihr seid jetz‘ n Paar, und zusammen sollt ihr klarkommen. Tazz’dingo, mann!“

Dann wird gefeiert. Meister Wodu hat noch nie ein Paar gesehen wie Yu und Bukembe: Sie sind wie zwei Hände des gleichen Körpers, sie tanzen wie ein einziger Leib und er ist sich spät in der Nacht, anhand der Geräusche aus ihrer Hütte, ziemlich sicher, dass sie auch mit Blick auf die andere Sache gut zusammenpassen.

Am nächsten Tag zieht Yu endgültig in die Hütte ihres Mannes ein, und dort wird sie nun viele Jahre leben. Selbst wenn die beiden mal streiten – was nicht oft vorkommt – hört man heraus, dass sie ihren Bund ernst nehmen. Am nächsten Tag gehen sie dann wieder Seite an Seite. Yu wird Fischerin und singt zusammen mit Bu, wenn sie draußen die Netze auswerfen.


VI

Die Jahre vergehen. Man kann sie daran abzählen, wie oft der Werber der Horde nach Yoke gekommen ist. Hütten werden gebaut und abgerissen, Trolle werden geboren und andere sterben. Meister Wodu weiß, dass Meister Gadrin lachen würde. Aus der Welt draußen kommen Nachrichten von neuen Kriegen, von großen Schlachten, von Tod und Zerstörung und der Rettung der Welt, und neuer Dunkelheit, die aufziehen soll.

Bu und Yu wird kein Kind geboren. Manchmal wirken sie betrübt deswegen, aber nicht oft. Sie haben ihre Hütte vergrößert und ein neues Kanu gebaut. Sie fahren meist zusammen raus, fast jeden Tag, und machen guten Fang. Abends sitzt sie auf seinem Schoß, wenn er Lieder singt. Sie haben viele Freunde im Dorf, und an vorbeifahrende Händler verkaufen sie Schildplatt und kleine Schmuckstücke. Oft brennt ein Strandfeuer, und dann wird dort gefeiert.

„Is‘ nie einer vorbeigekommen“, hört Meister Wodu den Fischer einmal sagen. Er sieht, wie Bu seiner Frau einen nachdenklichen Blick zuwirft. „Ich hab immer `n bisschen Angst, dass nochmal einer kommt. Der sagt dann er kennt dich, und du bist soundso, und dann nimmt er dich mit.“
„Ich würd‘ aber no’wee mitgehen, mann!“, lacht Yu. Sie sitzt vor ihrem Mann und zieht seine Arme enger um sich. „Ich hab hier `nen magischen Ort gefunden. Ich werd immer hier bleiben, bei dir.“
„Und wenn der sagen würde, dass du aus `nem anderen Dorf bist, wo sie dich suchen?“
„Ich würd‘ denen nen Brief schreiben, aber ich würd bei dir bleiben.“
„Und wenn deine Sippe reich wär?“
„Sol’n sie Geld schicken. Ich würd uns davon `n neues Kanu kaufen, und sogar zwei neue Netze.“
„Was denn, wenn du ne große Kriegerin wärst?“
„Dafür bin ich nicht groß genug, höhö. Außerdem muss das ´n furchtbares Leben sein: Das Kämpfen und Töten, und nie wissen, wo man morgen sein wird.“
„Wärst du dann aber noch zufrieden damit, Fischerin zu sein?“
„Ich lieb‘ es doch Fischerin zu sein, du Honk! Gibt nix Schöneres für mich, checkst du das nich‘?“
„Aber wenn rauskäme, dass du `ne Prinzessin der Gurubashi wärst oder sowas?“
„Ach so!“ Yu dreht den Kopf zu ihm, fletscht die Zähne und sagt: „Dann würde ich dich natürlich sofort auffressen, mann!“, und sie rollen lachend durch den Sand.
Manchmal findet Meister Wodu, dass Yu die Dinge immer noch anschaut, als würde sie sie zum ersten Mal sehen. Dann sorgt er sich für einen Moment. Aber das vergeht immer schnell, und nie gibt sie ihm einen Grund, ihr nicht zu vertrauen.


VII

Neunmal war der Werber der Horde im Dorf, bevor der Sturm gekommen ist.

Es ist nicht der erste Sturm in neun Jahren, natürlich. Es ist auch nicht der heftigste, den sie hier je hatten. Nur zwei Tage lang hat der Wind die Palmen gebogen und schwarze Wolken vor sich hergetrieben, und das Meer aufgewühlt.
Jetzt ist es noch kühl und der Sand ist feucht, aber die Wolken reißen auf und hinter ihnen scheint die Sonne.

„Wenn das Kanu beschädigt ist, muss er sich vielleicht treiben lassen“, sagt Yu. Sie sitzt am Strand und schaut hinaus aufs Meer. „Aber er is‘ ein guter Seefahrer. Er wird die Ruhe bewahr’n“
„Wird er sicher“, sagt Meister Wodu.
„Ich hätte aber mitfahren sollen. Zu Zweit wär’s leichter.“
„Er wollte nur noch kurz bis zum Riff fahren, und der Sturm kam sehr plötzlich“, gibt Meister Wodu zu bedenken. „Nichtmal ich hab gemerkt, dass er sich zusammenbraut.
„Stimmt“, nickt Yu. „Aber jetzt werf‘ ich es mir trotzdem vor, mann.“


VIII

Sie sitzt auf der Veranda der Hütte und wirkt ganz ruhig. Meister Wodu kennt Yu inzwischen gut, fast ein Jahrzehnt lang, aber noch immer wird er nicht ganz klug aus ihr. Diese Gewohnheit, dass sie manchmal die Dinge anschaut, als würde sie sie zum ersten Mal sehen, die hatte sie nie ganz abgelegt. Jetzt aber schaut sie irgendwie alles so an. Ganz hinten in ihrem Blick ist etwas Hartes, wie ein Stein, verborgen unter einer Wasserfläche.

„Er is‘ seit zwei Monaten weg“, sagt sie. „Also is‘ er bei Bwonsamdi.“
„Das is‘ eine Möglichkeit“, sagt Meister Wodu vorsichtig. Aber Yu, die eigentlich doch viel jünger ist als er, schaut ihn jetzt an, als wäre er ein Kind.
„Er is‘ seit zwei Monaten weg“, wiederholt sie. „Die Trümmer des Kanu sind vor drei Wochen angespült worden. Bu is‘ tot, mann. Entweder is‘ er im Sturm ertrunken, oder danach.“
Er fände es fast leichter, wenn sie noch Hoffnung hätte, die man ihr nun ausreden müsste. Mit schwerem Herzen nickt Meister Wodu.
„Ja, er is‘ wohl tot. Es tut mir krass Leid.“
Da passiert etwas sehr Eigenartiges: Yu schaut aufs Meer raus und lächelt. Das ist aber nicht das Lächeln einer Trauernden, der gleich doch die Tränen kommen werden. Es ist auch nicht gehässig oder zynisch oder bitter.
„Mir tut‘s auch Leid“, sagt sie zu Meister Wodu und zum Meer. „Ich hatte neun Jahre mit ihm, und ich hätte so gerne neunzehn oder neunzig oder neunhundert gehabt, mann. Aber manche kriegen auch nur acht Jahre zusammen. Oder eins. Oder gar keins. Er war mein Mann, und jedes von den neun Jahren war es Wert, dass ich jetz‘ hier sitze. Das is‘ oh key, weißt du? Man kriegt seine Karten, und dann spielt man eben das Spiel.“

Er muss leider bald schon weiter: Der Sturm hat auch fruchtbares Land fortgespült, und nun berät das Dorf, was zu tun ist. Sie werden die Gürtel enger schnallen müssen.


IX

Yu verändert sich. Meister Wodu glaubt nicht, dass es gefährlich für das Dorf ist. Aber Sorgen macht er sich trotzdem.
Sie hält ihre Hütte in Schuss, und ab und zu fährt sie mit dem verbliebenen Kanu raus, um mit den anderen zu fischen. Sie redet noch mit ihnen, und manchmal ist sie dabei, wenn am Strand gefeiert wird. Sie lebt weiter ihr Leben hier auf Yoke, und ein Monat reiht sich an den anderen.

Aber immer betrachtet Yu das Dorf jetzt mit diesem seltsamen Blick. Sie lacht nicht mehr oft, und wenn sie es tut, dann eher wie aus einer Erinnerung. Meister Wodu sieht sie mit gerunzelter Stirn am Strand sitzen oder ein Netz flicken, so als wäre sie ein schwieriges Rätsel zu lösen bemüht. Er sieht, wie sie Bu’s Zeug sortiert, wieder und wieder. Er merkt, dass sie sich an den Gegenständen festhält, auf mehr als nur eine Weise.
„Jeder Im Dorf hilft den anderen, damit‘s Yoke gut geht“, sagt sie später zu Meister Wodu. „Das is‘ richtig so, oder mann?“
„Du kannst dir nen neuen Typo suchen, wenn du das willst“, sagt Meister Wodu. „Aber keiner wird’s von dir verlangen. Du schuldest uns nix, und wir unterstützen dich gern, auch wenn du jetzt alleine bleibst und mal Hilfe brauchst.“
„Doch, ich schuld‘ euch was“, wendet Yu ein „Ich schuld‘ euch `n ganzes Leben, mann. Und ich hab‘ no’wee gerne Schulden.“
Das Harte da in ihrem Blick ist jetzt weiter vorne. Wie ein Stein, der die Wasseroberfläche fast durchstößt.


X

Meister Wodu wollte ihr nur mal wieder einen Besuch abstatten, aber sie ist gar nicht in der Hütte. Er findet sie im Wäldchen hinter dem Dorf. Ein paar Büsche sind angesengt und ein paar Äste auf dem Boden sind angekokelt.

"Oh, hey Meister Wodu, wie geht's?"
"Ach, na ja..." Ihm wird klar, dass er sie auch sprechen wollte, weil er ihren Rat braucht. Die Unterhaltungen mit ihr tun ihm immer gut, und dem Dorf fehlt Material für eine sturmfeste Anlegestelle. Es sind nicht genug Werkzeuge aus Metall da, und was gebraucht wird, das wäre für die Trolle auf Yoke unbezahlbar.
Aber jetzt unterdrückt er diese Sorgen und schaut sich noch einmal aufmerksam um.

„Haste ´n Feuer gemacht, Yu?“
„Öh, ja.“ Yu schaut ihn scheu an. Dann nicht mehr, eher forsch. Dann wieder scheu. Ihr Blick wechselt so komisch hin und her, dass er nicht schlau wird daraus.
„Du musst auf dich aufpassen. Dein Mann würde das wollen, mann.“
Sie seufzt. „Das stimmt. Aber er is‘ weg. Und ihr seid alle super, ihr habt immer auf mich aufgepasst. Trotzdem…“ Sie schaut Meister Wodu forschend an. „Woran merkt man, dass man sein Leben gelebt hat?“
„Die Frage versteh ich nicht.“
„Na ja, wie merkt man denn, dass man das ausgekostet hat, was das Leben einem bieten konnte?“
Jetzt runzelt er die Stirn. „Du willst dir doch wohl nix antun, Yu? Hast du `n Rad ab??“
Das bringt sie zum Lachen, und für einen Moment ist sie so wie früher. „Ha, no mann! Ich tu mir selbst ganz sicher nix an, keine Sorge. Das hätte keinen Stil, und dafür haben schon viel zu viele Typos versucht, mich…“
„Häh? Was versucht?“
Sie wirkt erschreckt, als wüsste sie selbst nicht, woher das kam. „Ach nix. Gar nix. Ich sollte zurück zur Hütte geh’n.“

Von jetzt an ist sie öfter in diesem Wäldchen, und irgendwann wagt er es nicht mehr, sie da zu stören.


XI

Der Werber der Horde ist wieder da, und die Nervosität ist groß. Der muskelbepackte Taure lässt die jungen Männer und Frauen in einer Reihe stehen und schaut sie sich genau an.
„Den Kampf gegen die Brennende Legion habt ihr verpasst!“, erklärt er mit donnernder Stimme, auf Orkisch, das außer Meister Wodu eh kaum einer hier versteht. „Das hätte viel Beute für euch gegeben, und Ruhm für euer Dorf! Aber jetzt greift die Allianz das prächtige Zandalar an und die Horde braucht Kämpfer. Ich nehme dieses Jahr drei von euch mit. Also los, zeigt mir, wie ihr Äxte werfen und wie ihr eure Speere führen könnt!“

Ein paar der jungen Leute sehen bemüht aus, anderen zittern vor Angst die Hände. Yu steht bei den Zuschauern. Sie klagt nicht, wie manche der Älteren. Ihre Zähne sind fest zusammengebissen und ihre Augen liegen voller Verachtung auf dem Tauren. Während die Übungen voranschreiten und der Spott in der Stimme des Tauren zunimmt, wächst auch die Verachtung.

„Du musst keine Sorge haben, dass er dich mitnimmt“, sagt Meister Wodu zu ihr. „Du bist zu klein und zu leicht. Du bist also sicher.“
„Aber die anderen sind nicht sicher“, knurrt Yu. „Und der da wird no’wee dafür sorgen, dass sie `ne gute Ausbildung bekommen, die ihnen im Kampf hilft.“
„Wir können da nichts tun. So sind eben die Gesetze, Yu.“
Sie schauen weiter zu. Zuerst denkt Meister Wodu, dass alles gesagt ist. Dann hört er sie schniefen und schaut aus dem Augenwinkel zu ihr. Yu hat ein paar Tränen in den Augen, von denen die ersten schon über die Wangen tropfen. Sie wischt sie weg und zieht Rotz hoch.
"Ich steh hier wie so'n heulendes Kind, so `ne Kacke", schluchzt sie. „Die Andere wusste, wie man mit sowas umgeht. Sie hätte das geklärt, ohne mit 'ner Wimper zu zucken. Ich bin total nutzlos mann, sie müsste hier sein.“
„Häh? Was? Wer? Du bist nich' nutzlos, du bist 'n Teil vom Dorf.“
Yu presst sich einen Handballen an die Schläfe. "Aber was habt ihr davon, dass ich das bin? Bring' ich euch ne neue Anlegestelle? Wenn ich diesen Typo da sehe, und deine Sorgen höre, und jetz' wo Bu weg is'..." Die Trollin ringt um die passenden Worte. "Würd Bu nich' wollen, dass ihr sicher seid? Fucko ich wünschte ich könnt' ihn fragen, aber das kann ich nich'."
"Er würd' wollen, dass es dir gut geht", sagt Meister Wodu verwirrt, aber doch überzeugt.
"Aber wenn ich was ganz ganz Besonderes könnte. Was, das dem Dorf nützt. Würde er wollen, dass ich das mache?"
"Ich versteh kein Wort... aber ich denk' er würde wollen, dass du auf dich aufpasst."
Yu zuckt die Achseln, hilflos und getrieben. "Ja, aber ich kann nicht. Ich will lieber auf euch aufpassen. Und ich kann das ganz sicher, wenn ich mich nur erinnere, wie sie das gemacht hat."

Sie zögert nur noch kurz, dann macht sie einen Schritt nach vorne. Ihre Stirn ist gerunzelt, ihre Augen starren unsicher, sie atmet nervös und schnell. Aber dann gibt sie sich einen Ruck und geht schnurstracks auf den Tauren zu. Als sie den Werber erreicht hat, blickt sie zu ihm auf. Meister Wodu würde sie am liebsten am Arm packen und fortziehen, aber er hat zu lange gewartet.
„Das Dorf muss in diesem Jahr keine Axtwerfer oder Speerkämpfer stellen“, sagt Yu zum Tauren. Sie sagt es in fließendem Orkisch, in dem sich nur ein schwacher Akzent verbirgt.
„Das Dorf muss jedes Jahr Axtwerfer und Speerkämpfer stellen!“, donnert sie der Taure an.
„Oh key, aber das sind hier Fischer und n paar Fruchtpflücker. Ihr werdet von hier niemals Typos bekommen, die mehr sind als Kanonenfutter. Ihr bringt sie nur zum Sterben von hier weg.“
Der Taure grinst. Ihm ist anzusehen, dass er all das weiß, und dass es ihn kein bisschen stört.
„Und da schickt dein Dorf dich vor, um mit mir zu verhandeln? Eine schlechte Wahl. Nun werde ich vier von euren Leuten mitnehmen."
"Das ist nicht fair, mann."
"So ist das nun einmal, kleine Trollin. Feigheit wird in der Horde nicht geschätzt!“
„Schon klar. Sonst wärst du ja nicht hier.“

„Was?“ Der Fleischberg verengt die Augen und neigt sich vor. Er wirft einen fragenden Seitenblick zu Meister Wodu. Aber Yu verschränkt die Arme, und jetzt ist ihre Stimme schneidend. Sie tastet sich noch einige Sekunden lang von Wort zu Wort, ehe sie ihren Rythmus findet. Aber dann ist sie unaufhaltsam.

„Deine Tattoos sind Zeichen der Grimtotem“, sagt Yu, immer noch auf Orkisch. „Das heißt, dass du gegen Thunder Bluff gekämpft hast, gegen dein eigenes Volk. Aber du musst einer von denen aus deinem Stamm gewesen sein, die sich später unterworfen haben. Du hattest also nichtmal den Mut, für das zu sterben, an das du geglaubt hast.“ Es ist beeindruckend, dass eine so kleine Frau so abschätzig an einem solchen Riesen herabschauen kann.
„Kein Wunder, dass dich die Horde nur einsetzt, um auf Inseln wie dieser hier verzweifelte Fischer abzurippen. Wahrscheinlich lassen sie dich in Orgrimmar noch nicht mal die Pisstöpfe bewachen, und wahrscheinlich wissen sie nichtmal, dass du jedes Jahr hierher kommst, um dich aufzuspielen.“
Der Taure ballt die Fäuste. Er sagt zu Meister Wodu: „Fünf! Die Horde will diesmal fünf Rekruten von euch.“
„Die Horde kriegt einen Rekruten“, sagt Yu. „Wenn der Preis stimmt, und wenn du 'n bisschen weniger pampig bist. Denn das Dorf kann in diesem Jahr einen ausgebildeten Mojo-Werfer stellen. Dafür wollen wir Vorräte und Werkzeuge, um `ne sturmsichere Anlegestelle zu bauen, und Muttererde vom Festland und Saatgut. Und drei Jahre Befreiung von deinen Besuchen.“
„Woher soll ein Kaff wie dieses einen Mojo-Werfer…“

Yu hebt ihre Hand. Sie schaut sie an, kneift die Augen zusammen und muss offenbar eine gewisse Konzentration aufwenden. Dass sie Yu ist, erkennt Meister Wodu daran, dass ihre rosa Zungenspitze im Mundwinkel zu sehen ist. Dass sie noch irgendetwas anderes ist, erkennt er daran, dass eine Flamme an ihrer Handwurzel erscheint, nach oben leckt, ihre Hand träge glucksend einhüllt, ohne das Fleisch zu verbrennen. Unter dem konzentrierten Blick des Tauren kneift sie ihre Augen noch mehr zusammen, und jetzt erklingt ein Zischen. Die Flamme wird heller, erst rot, dann orange und dann nahezu weiß, und Yu schleudert sie auf den Boden vor die Füße des Tauren. Er springt entsetzt zurück und glotzt sie an.

"Na woher schon? Na wusstest du etwa nich', dass Yoke ne magische Insel is'?" Yu grinst. Die Luft um sie herum flimmert und ihre Hand qualmt. Die Erde unter ihren Füßen knirscht, als wäre sie sehr schnell sehr heiß geworden. Und in ihren Pupillen spiegelt sich ein orangenes Licht, dessen Ursprung unsichtbar bleibt.
„Ich möchte diesen Dii’l wirklich gern mit dir machen“, sagt sie leise zu dem Werber, den Kopf leicht schief gelegt. „Diese Abmachung wäre gut für das Dorf, und ich schulde dem Dorf was.
Und du kriegst einen Bonus, wenn du gute Kämpfer aufs Festland bringst, oder? Ich weiß, dass das früher so war.
Für eine gute Mojo-Werferin wirst du sicher gut entlohnt. Und ich bin eine sehr gute Mojo-Werferin. Aber dafür wollen wir Leute hier aus Yoke eben auch was haben.
Also, was sagst du zu meinem Angebot?“

Als er ihre Hand schüttelt, verbrennt er sich an ihren Fingernägeln.


XII

Sie hat die Hütte einem jungen Paar geschenkt, das ohnehin bald eine eigene bauen wollte. Sie hatte wenige Habseligkeiten, und sie hat sie alle im Dorf verteilt.
Jetzt ist es Abend. Ein Strandfeuer brennt, und Meister Wodu teilt mit ihr eine Flasche Dschungelrankenwein.
„Also hat‘s Yu nie gegeben“, sagt er seufzend. „Das is‘ schade. Ich mochte sie.“
„Doch, es gab sie auf jeden Fall“, sagt die junge Frau, sie neben ihm sitzt. „Es gibt sie immer noch. Ich bin doch sie, also…“ Sie zögert.
„Du hast ‚Mama Jippa‘ in die Rolle des Werbers eingetragen“, gibt Meister Wodu zu bedenken. „Dann hast du es durchgestrichen, und jetzt steht da einfach nur ‚Ghinzan‘.Also wenn du Yu bist, warum hast du dann nicht das geschrieben?“
Sie nimmt einen Schluck Dschungelrankenwein und gibt ihm die Flasche zurück. „Yu war hier sehr glücklich. Sie ist Fischerin. Sie hat `nen Mann geliebt und neun gute Jahre mit ihm verbracht. Sie steht auf den Sternenhimmel und den Seegang, auf das Einholen der Netze und die Lieder hier im Dorf. Sie hat aber nie jemanden getötet, und sie würde es wohl auch nich‘ ertragen das zu tun. Sie sollte hier bleiben können, wo sie mit Bu gelebt hat. Nix war ihr wichtiger, als seine magische Insel zu beschützen.“
„Und wer is Ghinzan Jippa?“
„Die war eine Mojo-Werferin, gemein und grausam und mächtig. Sie is‘ vor langer Zeit gestorben. Sie hatte sich immer gewünscht, dass sie ne ganz normale Fischerin sein könnte, ohne Verantwortung oder Kämpfe. Sie hätte alles gegeben, um so zu sein wie Yu. Aber sie wäre in `nem Dorf wie diesem hier niemals glücklich geworden. Nach drei Tagen wär' sie von hier abgehauen, weil ihr `ne Messerschneide zum drauf tanzen gefehlt hätte.“
Yu’s herzliches Lachen dringt aus ihrem Mund, und die junge Frau fährt sich dann verwirrt mit einer Hand durch das Gesicht.
„Weißt du was, Meister Wodu? Ich hab‘ keine Antworten. Ich hab ne Vermutung, wieso ich hier bin. Ghinzan Jippa hatte `ne Schwester, und diese Schwester war eine mächtige Schamanin der Ula’tek.“
„Ula’tek ist ein Loa der Häutung und der Wiedergeburt“, sagt Meister Wodu nachdenklich. „Sowas kann schlimme Verwicklungen mit sich bringen.“
„Is so. Aber in diesem Fall muss es nichts Schlimmes sein. Kein Fluch und kein Grund für weitere Sorgen.“ Die Augen der jungen Trollin funkeln. Sie steht auf und klopft sich Sand von der Kleidung. „Ich schulde dem Dorf was. Yu hatte hier neun gute Jahre, dank euch allen. Wäre Bukembe noch da, könnte sie diesen Ort nie verlassen. Aber jetz‘ ist er weg. Und es gibt einen guten Weg, die Schuld zu begleichen.“
Sie greift sich die Flasche und nimmt noch einen Schluck. „Mach dir no’wee so viele Sorgen, Meister Wodu. Und nutz‘ die Vergünstigungen weise, die ich für euch rausgehandelt hab. Ich werd‘ sehen, ob ich die Dinge noch kann, an die ich mich erinnere. Und wenn ich `ne Zeitlang überlebe, dann schick ich Gold oder komm euch mal besuchen, oder Beides.“

Im Morgengrauen legt das Boot ab. Das ganze Dorf ist da, um Yu zu verabschieden. Meister Wodu weiß nicht, wie er ihnen erklären soll, dass sie da vielleicht gar nicht in dem kleinen Wassergefährt sitzt. Aber er erwidert trotzdem voller Sorge das Winken der Trollin, während sie und das Boot immer kleiner werden. Trommeln tragen ihren Rhythmus über das Wasser und tragen die guten Wünsche der Bewohner von Yoke noch weit über das Meer.


Epilog

Überfüllte Gassen, roter Staub. Orks und Trolle, Tauren und Untote und Angehörige so vieler anderer Völker drängen sich durch Orgrimmar, während die Sonne Durotars auf sie herniederbrennt. Ein Drachenschädel ist auf einen Pfahl gesteckt worden. Rekruten trainieren in langen Reihen, Schmiede hämmern auf halbfertige Waffen ein, Glücksritter verscherbeln ihre Beute an Straßenhändler. Eine Karawane ist angekommen und sorgt für großes Chaos am Haupttor.

So vieles hat sich in all den Jahren geändert. Und so viel ist gleich geblieben: Die Horde führt wieder einmal Krieg. Die Horde lebt, blüht, schwitzt und lärmt. Sie streitet, säuft, flucht und gröhlt.

Eine schmale Gestalt verlässt das Bankhaus und geht mit einem Koffer durch die Seitenstraßen. Irgendwann passiert sie eine düstere, uralte Schenke, die sich in eine schattige Ecke drückt. Nach kurzem Zögern tritt sie hinein, um der Hitze zu entkommen.

Die Trollin setzt sich zwischen zwielichtige Gestalten, Abenteurer, Söldner und Mörder. Klein sieht sie zwischen ihnen aus, und fehl am Platz in der einfachen Fischerkleidung, zwischen all den gerüsteten und kampfbereiten Körpern.

Sie klopft sich Schmutz von der Kleidung, bestellt einen Becher Wasser und überprüft dann den Inhalt des Koffers.
Unsicher fahren ihre Finger über einige seltsame Messer, einen zerfallenden Schrumpfkopf, leuchtende Kristalle und ein Sortiment angelaufener Ringe. In einem Beutel sind etliche Goldmünzen, daneben ein Tätowierset mit öliger Tinte. Hier ein paar Edelsteine, in diesem Fach ein magisches Oktav. Da ist auch ein alter grüner Wappenrock mit trollischen Runen, die in den Stoff gestickt sind.

Mit großen Augen und starrem Gesicht scheint sie sich zu fragen, was all das ist oder was sie damit soll. Dann findet sie eine hölzerne Schachtel, die noch versiegelt ist. Ungeschickt bricht sie das Siegel und ist erstaunt, als sie in der Schachtel duftende Zigarillos findet.

Sie weiß nicht mehr, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Sie ist sich nicht sicher, ob sie jemand anders sein kann als Yu.

Da fragt eine tückische Stimme hinter ihr: „Du bist wohl ganz alleine in diesem Etablissement? Oooh hat dir denn niemand gesagt, wie gefährlich es hier ist? Zeig mir doch mal, was du dir da anschaust. Das glänzt ja alles so schön!“

Fast ist sie froh. Sie denkt an Bu und seine magische Insel, und an das Versprechen, dass sie Meister Wodu gab. Sie denkt auch an den Werber. Sie hatte sich vorgenommen, sicherzustellen, dass er auch in drei Jahren nicht wieder nach Yoke kommt.

In einer Bewegung, die ihr ganz seltsam vertraut vorkommt, klemmt sie den Zigarillo in den Mundwinkel, schnippt ein Flämmchen herbei und entzündet ihn. Sie inhaliert den Rauch und schließt nur für einen Moment die Augen, öffnet sie wieder und dreht sich um.
Sie betrachtet den Untoten, der das Wort an sie gerichtet hat. Ihre Stimme ist ganz sanft.

„Das", sagt Ghinzan Jippa, "ist aber ein sehr schöner Hut, mann.“


ENDE
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