Verschwunden - 2015

#1
von Tarishan am Mittwoch 11. November 2015

Geschirr fliegt durch die Luft. Dumpf hört man ein Messer in einer Wand einschlagen. Töpfe folgen, prallen an einer Wand ab und fliegen teilweise sogar aus der Tür hinaus.
Fluchend hüpft eine vorbeilaufende Trollwache Orgrimmars in die Höhe um den kullernden Geschossen auf dem Boden auszuweichen.
Sein Kumpel hat da weniger Glück und bekommt eine fliegende Pfanne im Freiflug genau an die Stirn. Sehr zur Erheiterung seines Kollegen der in brüllendem Lachen ausbricht. Wutschnaubend schaut der Betroffene ihn an, es sieht schon fast so aus, als würde mitten auf der Strasse gleich eine Prügelei stattfinden. Aber da schreit es bereits aus der Hütte: „Widerlicher Parasit“
Das ist zu viel. Der Kerl grunzt kurz, wischt sich noch mal über die Stirn, nimmt dann seine riesige Axt von der Schulter und verschwindet dann brüllend in der Hütte, aus der man immer noch Gepolter vernimmt.
Sein trollischer Kollege währenddessen kann langsam nicht mehr und beugt sich vor Lachen vornüber. Lachtränen laufen ihm über die Wange, als eine schwarze Ratte aus der Hütte gewetzt kommt. Mit einem Stück Salami im Maul hüpft die Ratte aus der Tür und weicht geschickt den Wurfgeschossen aus.
Die Trollwache wischt sich die Tränen vom Gesicht und bemerkt nun auch die Ratte mit ihrem Fang. Sofort sieht er die gebleichten Haare auf dem Fell des Rattenrückens und erkennt das Wappen der Anduri.
Immer noch glucksend schaut er zum Dach der Kochhütte hinauf. Während man aus der Küche im Inneren mittlerweile die Axt hört, wie sie Tische und Stühle zertrümmert.
„Sieh’s ihm nach, er is neu“ grunzt der Troll zum Dach hoch und zeigt in die Hütte in Richtung des Orc-Kochs.
Die Trollin, mit der orangefarbenen Löwenmähne auf dem Dach, nickt ihm grinsend zu. Flink klettert die Ratte zu ihr auf das Dach hinauf, erklimmt dort ihre Schulter und verspeist genüsslich ihre Beute.
„Was hat’s denn damit auf sich?“ Tari’Shan nickt zu einem Steckbrief, welcher an der gegenüberliegenden Strassenseite an einer Hauswand hängt. Ein gemaltes Bild von einem Orcwelpen hängt dort. Eine kurze Beschreibung und einen Finderlohn.
Der Troll folgt ihrem Blick, das Glucksen verstummt sofort und sein Blick wird leicht düster.
„Wieviele sin es nu?“
Der Troll wendet sich auf die Frage hin wieder zu Tari zurück.
„Der Neunte in zwei Mond‘n. Aber der erste Welpe der verschwindet.“
Ohne ein Geräusch zu verursachen sprang Tari vom Dach der Hütte herunter, Tiki auf der Schulter, der aus Routine sich bereits bei der kleinsten Bewegung fest klammerte. Nachdenklich ging sie zu dem Steckbrief rüber und betrachtete ihn. Seit zwei Monaten schon verschwanden Leute. Zuerst Alte, dann Schwache und Kranke, die aus verschiedensten Gründen alleine lebten.
So war es zuerst auch gar nicht groß aufgefallen.
Den Anfang machte der alte Radak. Ein Orcveteran, keine Familie, keine sonstigen Verwandten und recht eigenbrödlerisch. Meist bekam man ihn nur zu Gesicht wenn er sich irgendwo Vorräte kaufte. Er besaß zwar eine Hütte in Orgrimmar, verweilte aber meist Tage und Nächte draußen in Durotan, Brachland, oder sonst irgendwo.
Es war also ziemlich üblich, daß die kleine schäbige Hütte unbewohnt blieb. Erst nachdem zwei weitere verschwanden, wurde man auch darauf aufmerksam, daß Radak nicht mehr zurück kam. Ohne weitere Verschwundene, hätte man es womöglich auf einen Unfall bezogen, oder einfach nur Altersschwäche.
Tari hatte Radak gemocht. Er war einer derjenigen, den sie noch von ihre Welpenzeit aus Orgrimmar kannte. Ein natürlicher Tod draußen in der Wildnis hatte sie ihm gegönnt, aber nach weiteren Vorfällen wurde sie mißtrauisch.
Die Verschwundenen häuften sich. Es wurde auffällig, daß es meist Leute waren, die zuerst keiner vermisste.
Von ihrer Welpenzeit, aber auch von ihrem heutigen Leben her, hatte Tari hier in der Stadt einige Kontakte und so war sie eigentlich immer gut informiert. Bisher hatte sie das alles mit Abstand betrachtet. Diese Angelegenheit war Sache der Stadtwache. Aber nun war der erste Welpe verschwunden, und da hörte für sie der Spaß endgültig auf.
Hinter ihr rülpste es lautstark und riss sie somit aus den Gedanken. Der Troll mit der Axt auf der Schulter kam, eine Schweinekeule fressend, aus der Kochhütte gestampft und nickte Tari grüßend zu. Das Innenleben in der Hütte hinter ihm glich einem Kriegsgeschädigtem Gebiet.
„Darf ich’s weiterleitn?“ fragte sie die beiden Trollwachen und tippte dabei auf den Steckbrief.
Der Troll, mit dem sie bisher gesprochen hatte nickte.
„Schadn kanns nich. Bisher lief unsre Suche erfolglos. De ganze Wache soll nen Auge aufhaltn, aber gebracht hat’s nix. Niemand weiß was“ er zuckte ratlos mit den Schultern.
Sorgfältig löste sie den Steckbrief von den Nägeln, faltete ihn und steckte ihn in die Hosentasche.
„Ich zeigs mal dem Bosse. Riecht sich“ Grüßend nickte Tari den beiden zu.
Der keulefressende Troll schluckte noch schnell seinen Bissen runter und rief ihr dann hinter her.
„Hey Tari. Wie sieht’s mit uns heute Nacht aus?“
„Kay, ich bring de Dolche mit, du de Stirn…“
Amüsiert grunzend, über den immer wieder gleichen Scherz, machten sich die beiden Trollwachen davon. Während Tari sich nachdenklich auf den Weg zu ihrer Chopper machte.
Sie musste Thoshi finden, und zwar bald.


((Das soll der Auftakt zu einem Plot werden. natürlich sind alle, auch Stammesfreunde, dazu dann eingeladen. Mitmachen ausdrücklich erwünscht ))

Re: Verschwunden

#2
von Akamé am Samstag 21. November 2015

Es war noch früh in der Bay.
Die Sonne schickte gerade ihre ersten Strahlen über den Horizont.
Sika die junge Trollin war bereits wach und mit dem waschen ihrer Kleidung beschäftigt.
Das kam nicht oft vor, aber wenn dann sollte es auch ordentlich sein.
Ihren Wappenrock hatte sie dafür zur Seite gelegt.
Ein großer Wurm, welcher in seiner Erscheinung deutlich gefährlicher wirkte als die Trollin, leistete ihr dabei Gesellschaft.

"Ich wünsche einen wunderschönen guten Morgen junge Dame" sprach jemand als er den Weg zum Pier herunter ging.
"Michske grüssen au" sprach Sika freundlich, während sie weiter ihre Kleidung schrubte.
"Darf ich dir etwas Gesellschaft leisten ?" fragte der Mann während die Augen von ihm die Trollin prüfend musterten.
"Ay kloa wenn wollen"

Er setzte sich und fing an zu erzählen. Das er von weit her käme und grad mit dem Boot aus Orgrimmar angekommen ist.
Das Gespräch verlief eine ganze Zeit weiter mit scheinbar unwichtigen Bemerkungen.
Die Trollin genoss das Gespräch , da es eine gute Ablenkung war.
Lediglich der Wurm hinter der Trollin schien an dem Mann etwas auszusetzen zu haben. Er stand schützend hinter der Trollin und
demonstrierte bedrohlich dem Fremden seine Größe.

Nach einer Weile stelle der Mann Sika fragen. Wo sie den herkäme und ob sie Familie hätte.
Die Antwort auf diese Frage beschränkte die Trollin darauf zu sagen das ihre Familie gestorben war.
Zwar redete sie gern über Loas und die Welt, aber bei der Familie war sie vorsichtig geworden.
Der Mann bekundete sein Mitleid und zog einen Kuchen hervor den er ihr anbot.
Mit großem Interesse drehte sie sich um und wollte sogleich danach greifen, wäre nicht ihr Wurm dazwischen gegangen.
Drohend die Dornen aufgestellt stand das Tier nun vor dem Mann.
"Würmeli wat machsn dichse ?"
Der Wurm reagierte auf die Frage nicht, er lies den Mann und den Kuchen nicht mehr aus dem Blick.
"Michske leid tuns, ea dat sonst nie machen. Vielleicht sin weil dichse keen von Stamm is "
"Oh... ähm ihr habt einen Stamm ?" auf mal schien der Mann unsicher zu werden
"ay sicha, Sika habens neu Familie gefundens, sin jez vonne Stamm de Anduri"
" Stamm der Anduri?" fragte der mann eilig, ehe er nachsetzte : " Ja ... ähm.... oh schon so spät. Da hab ich ja total die Zeit verpasst.
Ich werd dann mal weiter, sonst verpasse ich noch das Schiff"
Er packte eiligst den Kuchen ein, nickte flüchtig und ging dann raschen Schrittes davon.
"Komischer Typ, aba den Kuchn hätta ruhig da lassen könn, un dichse sey nächs mal netta ay ?"
Die Trollin knuffte ihren Wurm leicht mit der Klaue und widmete sich dann wieder ihrer Wäsche.



Später am Abend traf Sika auf Tazua und erzählte ihr das merkwürdige Verhalten von dem Besucher.
Sie meinte dazu das Würmli wohl mehr wusste als die Trollin und sein Verhalten gut gewesen wäre.
Und auch das der Mann sehr merkwürdig zu sein schien.

Re: Verschwunden - 2015

#3
Tumult auf den Planken Beutebuchts.
Goblins rennen hektisch hin und her, mit Fackeln, Lampen oder taschenlampen, die irgendein Ingeniuer für sie hergestellt hat.
Sie rufen und suchen. Ein Name wird immer und immer wiederholt.
Jahrelang war wohl Ruhe und Stille um die Verschwundenen und nun scheint es wieder los zu gehen......

((Der Beitrag bzw. Plotbeginn ist zwar schon etwas älter. Aber durch andere Plots, Zeitmangel geriet er in Vergessenheit. Nun will ich ihn wieder ausgraben und beenden))
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Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst da eh nicht lebend raus...

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