Jeder fängt mal klein an

#1
In Vorbereitung auf die endgültige Intensivierung ihrer Schamanenpflichten nahm Ceg die ihr gegebenen Hinweise auf eine Gutstellung mit den Elementgeistern sehr ernst. Sie führte regelmäßige Opferungsrituale durch und übte sich darin, ihre innere Mitte zu finden.

Erde
Heute sollte der Tag sein, an dem der Versuch zur Verbindung mit der Erde erfolgen sollte.
Sie schaute aktuell noch auf die Holzplanken, die das Bild der Bay bestimmten und machte sich auf den Weg außerhalb der Stadt. Auf dem Weg war sie schon vollkommen in Gedanken und nahm kaum etwas wahr. Weder die Goblins, die beschäftig umherwuselten noch sonstige Dinge, die um sie herum passierten. Draußen angekommen erklomm sie dann ziemlich zielstrebig den Hügel, den sie für heute auserkoren hatte und setzte sich dort auf den Boden und schloss die Augen. Trotz vollständiger Konzentration passierte nichts. Nach und nach konnte man feststellen, dass sie immer krampfhafter versuchte, dies umzusetzen, bis sie es nach einiger erfolgloser Zeit erstmal aufgab und aufstand um sich wieder ein bisschen lockerer zu machen. Sie wirkte etwas ratlos, aber schüttelte erstmal ihren ganzen Körper durch ehe sie sich anschließend wieder auf den Boden setzte. Diesmal legte sie aus einem Impuls heraus, nachdem sie wieder vollkommen in sich gegangen war, die Hände auf den Boden. Die größere Kontaktfläche zum Boden und die nun entspannte aber völlige Konzentration von Ceg führten zu einem Gefühl. Leicht nur, aber eine Ahnung von annähernd unbegrenzter Kraft. Sie konzentrierte sich nur noch auf dieses Gefühl und je mehr sie das Tat, desto mehr verspürte sie eine innere Ruhe, ein Gefühl der Unendlichkeit, als wenn sie hier eine Ewigkeit sitzen könnte, Wind und Wetter trotzend. Sie wusste, dass dies nur ein Vorgeschmack war, was die Erde bieten konnte und dass es noch ein weiter Weg war, bis sie diese Kräfte nutzen konnte.
Als sie die Augen wieder öffnete, musste sie sich kurz orientieren. Dann merkte sie, dass sich ihre Hände, die sie auf den Boden gelegt hatte, in den Boden gewühlt hatten. Langsam befreite sie diese aus dem Boden und blickte dann auf. Nun bemerkte sie, dass die Sonne schon ein Stück am Himmel weiter gezogen war. Was ihr wie wenige Minuten erschienen war, waren in Wirklichkeit mehrere Stunden gewesen. Langsam machte sie sich auf den Weg zu ihrer Nachtstätte und versuchte das Erlebte zu verarbeiten.
In den folgenden Tagen wiederholte Ceg dieses Vorgehen mit wechselnden Ergebnissen. Manchmal war sie länger in Kontakt, wie am ersten Tag, dann auch mal nur kurz und wirklich nur für wenige Minuten, so wie es sich immer anfühlte. Man konnte jedoch sagen, je mehr sie sich mit der Erde und ihrem Wesen beschäftigte, desto leichter fiel ihr der Kontakt mit dieser. Es brauchte ohne Frage immer noch ihre komplette Konzentration und Aufmerksamkeit, aber die Kontaktfläche konnte mit der Zeit reduziert werden. Schon nach einiger Zeit war es nicht mehr von Nöten, dass sie ihre Hände auf die Erde legen musste um eine Verbindung mit den Elementargeistern dieses Elementes herzustellen.
Dann kam ein Tag, an dem irgendetwas anders war. Schon beim Aufwachen hatte Ceg ein ungewohnt kribbeliges Gefühl. Sie wusste gleich, dass es etwas mit der Erde zu tun haben musste. Gleich nach dem Frühstück machte sie sich also auf den Weg. Sie bestieg wie fast an jedem Tag in letzter Zeit den Hügel, setzte sich auf den Boden und schloss die Augen.
Sofort durchströmte sie das Gefühl der tiefen Ruhe und der intensiven Kraft. Ein kurzer Schwindel erfasste sie. Sie konnte die Kraft der Erde spüren wie noch nie zuvor. Aus einem Gefühl heraus öffnete sie die Augen und stellte fest, dass sie nicht mehr auf dem Hügel in der Nähe der Bay saß. Sie befand sich an einem Ort aus Fels und Erde. Die Bäume des Dschungels sind Felssäulen gewichen, statt den Geräuschen der Tiere hörte sie das Rumpeln von Erdelementaren. Irgendwoher wusste sie, dass sie sich jetzt in Tiefenheim befand, der elementaren Ebene der Erde. Sie schaute sich um, wanderte etwas umher, ehe sie sich an einer ruhigen Stelle setzte. Demütig nahm sie viele Eindrücke auf und gewann einen tieferen Eindruck vom Wesen des Elementes, von Dingen von denen sie vorher noch nie etwas gehört hatte. Nach einiger Zeit überkam sie Müdigkeit. Sie legte sich hin und schloss die Augen. Nur für einen Moment, dachte sie. Als sie die Augen wieder aufschlug, befand sie sich wieder auf dem Hügel in der Nähe der Bay. Sie blinzelte kurz, denn in Tiefenheim war das Licht nicht so grell wie hier, wo auch nur wenige Bäume das Sonnenlicht filterten. Nachdem sie sich aufgesetzt hatte bemerkte sie eine Gestalt neben sich, die sie neugierig musterte. Es war ein kleines Erdelementar und als sie es sah, wusste sie, dass dies ein Zeichen für ihre Verbundenheit mit der Erde war und dass sie diesen Begleiter nun rufen konnte.

Luft
Nach dem Erfolg mit der Erde wollte sich Ceg mit dem Wesen der Luft beschäftigen. Gab es also einen Ort, an dem sie sich heute damit beschäftigen konnte? Die Luft umgab sie immer, aber die Bay konnte heute als ziemlich windstiller Ort verzeichnet werden. Außerdem roch es heute wieder mal sehr penetrant nach Salzwasser, schlechtem Fisch und auch einen Hauch von humanoiden Ausscheidungen. Kein passender Ort um sich zu konzentrieren. Sie machte sich auf den Weg durch das Schlingendorntal und entschied sich dazu auf einen etwas höher gelegenen Ort zu gelangen. Eine kleine Bergformation in der Nähe des Flusses schien ihr als geeigneter Ort in Frage zu kommen und so erklomm sie diese. Oben angekommen wehte ihr ein etwas stärkerer Wind um die Ohren, hier konnte sie bleiben. Sie setzte sich auf den Boden und versuchte sich dort auf die Luft zu konzentrieren, die ihren Körper umwirbelte.
Während ihrer Konzentration auf die Luft nahm sie die Gerüche ihrer Umgebung etwas intensiver wahr. Dies lenkte sie am heutigen Tage sehr von ihrer Aufgabe ab. Sie versuchte zwar immer wieder ihren Blick auf das Wesentliche zu legen, aber so wirklich gelingen wollte ihr das nicht. Nach einiger Zeit machte sie sich erfolglos auf den Rückweg und machte sich noch auf die Jagd nach etwas essbarem für das heutige Mahl.
Am nächsten Tag machte sich Ceg gleich nach dem Frühstück wieder auf den Weg zu ihrem neuen Platz und stellte fest, dass der Wind heute um einiges stärker zu sein schien. Sie setzte sich und konzentrierte sich wieder auf die alles umgebende Luft. Das Ausblenden der intensiven Gerüche gelang ihr heute um einiges besser als gestern aber jedes Mal, wenn sie dachte sie könnte eine Verbindung aufnehmen, entglitt sie ihr auch schon wieder, wie ein Lufthauch der einfach wieder weg wehte. Nach einigen erfolglosen Versuchen fing Ceg an ungeduldig zu werden und vor sich hin zu fluchen und da wusste sie, dass sie so keinen Erfolg haben würde, denn ihre Konzentration schwand und schwand. Schließlich brach sie ihre Bemühungen ab und fokussierte sich auf ihre innere Mitte. Sie griff nach der Erde auf der sie saß und suchte den Kontakt zu ihr. Sie schloss die Augen. Nach den vielen Übungen der letzten Zeit gelang ihr dies gut und die Erde zeigte ihr die innere Ruhe, die sie brauchte um sich konzentriert und mit klarem Gedanken an das Wesen der Luft zu machen. Sie öffnete ihre Augen wieder und stand vom Boden auf, machte sich groß und bot nun eine große Kontaktfläche für die Luft. Sie fand erneute die Verbindung zur Luft, aber auch hier entschwand er ihr wieder. Aber schon beim nächsten Versuch konnte sie den Kontakt schon ein wenig länger halten, konnte kurzzeitig ihre Ströme erahnen. Dann nochmal und sie konnte diesen Strömen schon kurzzeitig folgen. Erst einmal, dann zweimal, dann fünfmal. Für den heutigen Tag war sie zu erschöpft um weiter zu machen.
Am nächsten Tag konnte sie den Kontakt wieder herstellen. Nachdem sie sich an die Fortschritte des vorangegangen Tages gemacht hatte konnte sie heute schon nach wenigen Versuchen den Kontakt über längere Zeit halten, auch wenn die Luft immer wieder zu flüchten versuchte. Sie folgte ihr einfach immer weiter, wie in einem Fangen-Spiel. Sie übte das immer weiter, bis sie dem Muster folgen konnte, welches die Luft produzierte, bis sie gar nicht mehr darüber nachdenken musste was die Luft tat, sondern ihr einfach folgte. Dies tat sie bis sie auch den heutigen Tag erschöpft beendete.
Auch am nächsten Tag setzte Ceg ihre Übungen fort. Nach einem kurzen Moment konnte sie die Luftströme wieder erahnen, folgte diesen und ließ sich schließlich von der Luft mitnehmen. Sie durchwehte den Dschungel, umströmte Bäume, Tiere, gab Vögeln auftrieb, erkannte sogar Stammos auf ihrer Patrouille. Sie war die Luft, war überall, umgab alles. Sie nahm unendlich viele Eindrücke auf, aber alle nur flüchtig und konnte keinen davon fassen.
Dann trennte sie die Verbindung. Wieder in ihrem Körper fühlte sie sich schwerfällig, wusste einen Moment nicht, wie sie diesen Klotz eines Körpers bewegen sollte, aber dies Gefühl ging schnell vorbei. Trotzdem fiel ihr das Aufstehen schwer und erst nach den ersten Schritten zurück hatte sie sich wieder völlig an den Körper gewöhnt.
Als Ceg am darauffolgenden Morgen erwachte, wurde sie von einem starken Wind fast aus der Hängematte geweht. Sie versuchte nun also vor dem Aufstehen schon die Luft zu fühlen. Es drangen einige intensive Gerüche in ihre Nase, aber diese schob sie im Geiste beiseite, als sich auf die Strömungen der Luft einließ. Der Kontakt stellte sich her und Ceg genoss die Freiheit der wehenden Luft. Sie durchwehte erneut den Dschungel und erahnte noch einen Vogel, der sich gerade auf einen Baum niederlassen wollte, als sie plötzlich ein kräftiger Luftstrom erfasste. Sie verlor die Orientierung, wollte zurück, sich trennen, aber die Luft nahm sie mit, wirbelte, tobte, bis sie sich plötzlich an einem unbekannten Ort wiederfand. Sie war umgeben von Winden und Luftströmen, die wild und spielend umherwehten. Sie erkannte die Himmelswall, die Elementarebene der Luft und wie schon zuvor in Tiefenheim konnte sie sich hier genauer umsehen. Das Element erkunden, Dinge verstehen lernen, die sie nie für möglich gehalten hatte und lernte einen besseren Zugang zu diesem Element zu finden. Sie versuchte so viele Eindrücke wie möglich aufzunehmen, bis nach einiger Zeit ein Wind an ihr zerrte, erst schwach, dann immer stärker. Es war Zeit zu gehen und so gab sie letztendlich den Widerstand auf ließ sich zurück tragen von den Verwirbelungen, versuchte erst gar nicht sich zu orientieren, bis sie wieder in bekanntem Gebiet waren. Sie umwehte noch kurz ihren Schlafplatz, ehe sie wieder in ihrem Lager erwachte. Erneut fühlte sie sich schwerfällig, aber noch schlimmer war der große Hunger, der dringend gestillt werden wollte. Sie stand auf und streckte sich, als sie einen Luftzug an den Füßen bemerkte. Ein kleines Elementar wehte dort umher und auch hier wusste sie, dass dies ihre Verbindung zu einem neu gewonnen Element symbolisierte und dass sie diesen Begleiter nun rufen konnte.
„Aber jetzt auf zum Frühstück“, murmelte Ceg, als ihr Blick zur Sonne feststellte, dass es bereits nach dem Mittag sein musste.

Wasser
Da sich Ceg der Erde und der Luft nun als würdig erwiesen hatte, war es an der Zeit sich auf das Wasser einzulassen. Da dies das Element war, zu dem sie sich am Meisten hingezogen fühlte, freute sie sich besonders auf die Herausforderungen, die sie in den nächsten Tagen erwarten würden. Als sie darüber nachdachte, was sich als geeigneter Übungsplatz darstellen könnte, war ihr auf jeden Fall klar, dass die Brühe die in der Bay rum schwamm und auch andere Gewässer in der Nähe von großen Städten definitiv nicht für die Kommunikation mit dem Wasser geeignet waren. Jedoch erinnerte sie sich daran, dass es im Dschungel einen schönen Platz an einem Wasserfall gab, da sie sich an diesem Mal mit dem Ork Skreek und einem anderen Schamanen der 100 Speere getroffen hatte. So nahm sie also die Beine in die Hand und lief von ihrem Lager aus in Richtung des Wasserfalls.
Dort angekommen setzte sie sich an das Ufer des kleinen Flusses und beobachtete das vorbei fließende Wasser. Schließlich krempelte sie ihre Hose etwas hoch und steckte ihre Füße in das kühle Wasser. Die Augen schloss sie um sich besser darauf konzentrieren zu können. Sie spürte, wie es um ihre Füße floss, zwischen ihren Zehen durch. Außerdem konnte sie sehr schnell erspüren wie sich das Wasser seinen Weg durch das Flussbett suchte, sich an Steinen oder unebenem Boden vorbei schlängelte, im freien Fall den Wasserfall hinab stürzte. Es floss an manchen Stellen sehr fix das Flussbett entlang, an anderen Stellen floss es eher langsam und das tat es so lange, bis es schließlich ins Meer mündete und sich mit den dortigen riesigen Wassermengen vermischte.
Als sie noch tiefer in das Element hinein horchte, spürte sie das Leben im Wasser und die Kraft, die sowohl reinigen als auch zerstören konnte. Mit dieser Erkenntnis beendete sie die Übung des heutigen Tages und machte sich mal wieder Gedankenverloren auf den Weg in ihr Lager um sofort am nächsten Tag mit weiteren Übungen zu beginnen. Nur eine kleine Mahlzeit, die gönnte sie sich vorher noch schnell.
Auch heute bemerkte sie, dass es ihr unglaublich leicht fiel sich auf das Wasser einzulassen. Sie fühlte sich so unsagbar mit dieser Präsenz im Einklang, die das Wasser ausstrahlte. Sie erfasste schnell wieder den Fluss, das Meer. Doch diesmal spürte sie noch mehr. Sie spürte, dass das Wasser in fast jedem Lebewesen zu sein schien. In Trollen, in Vögeln… Doch sie konzentrierte sich vorerst wieder begrenzt auf das Wasser des Flusses. Sie folgte mit ihren Sinnen der Strömung, erspürte die Lebewesen, die im Wasser ihre Heimat gefunden hatten, folgte dem Wasserfall und dann bis hinab in das Meer. Von dort aus folgte sie einer größeren Strömung, ließ sich treiben und näherte sich unwissend der Bay. Hier konnte sie die Verunreinigungen spüren, die zumeist von den Goblins verursacht wurden, aber auch, wie das Wasser selbst schon wieder eifrig dabei war sich selbst zu reinigen. Wie es stetig versuchte dagegen anzukämpfen und doch an seine Grenzen stieß. Nach diesen Erkenntnissen unterbrach sie die Verbindung des heutigen Tages. Es erforderte nur eine kurze Anstrengung und sie erwachte wieder in ihrem Körper. Ein wenig ausgelaugt beendete sie auch heute wieder ihre Übung und dachte darüber nach, was sie am heutigen Tage gelernt hatte. Besonders die reinigende Kraft des Wassers war überwältigend, aber auch, dass so viele Dinge durch sie lebten und überlebten war etwas Großes. In diesem Moment wurde ihr wieder bewusst, wie wichtig es doch war den Elementen dankbar zu sein. Dass sie die Opfer und Aufmerksamkeiten, die sie ihnen jetzt regelmäßig entgegen brachte um jeden Preis verdient hatten.
Am Ende des heutigen Tages dachte Ceg nochmal konzentriert über das nach, was die Elemente ihr in den letzten Wochen so vermittelt hatten und auch daran, was sie über die Loa so gelernt hatte. Auch die Loa waren etwas großes und auch sie bedurften wieder mehr Aufmerksamkeit, dass wusste Ceg. Im Moment musste sie ihren Fokus darauf legen erst mehr über sich und ihre Umwelt zu erfahren, ehe sie sich wieder darauf bedachte mehr über die Loa zu grübeln und unbedingt wieder mehr in das Stammesleben einzutauchen.
Doch jetzt, jetzt musste sie ihre Aufgabe mit den Elementen beenden, zumindest soweit wie sie es alleine schaffte. Und mit diesem Gedanken fiel Ceg in den heutigen Schlaf, der sie übermannte.
Ceg erwachte aus einem unruhigen Schlaf. Etwas müde machte sie sich daran etwas zum Frühstück zu sich zu nehmen, ehe sie wieder Richtung Wasserfall zog.
Trotz ihrer etwas geräderten Stimmung konnte sie verhältnismäßig schnell wieder eine Verbindung zum Wasser aufnehmen. Schon nach kurzer Zeit der Kommunikation und des Einswerdens mit dem Wasser und Ceg fühlte sich schon viel Erfrischter. Sie fühlte sich so, als wäre es ihr noch nie so gut gegangen wie heute und als ob sie mehr als ausreichend geruht hätte. Sie nahm von hier gleich die Verbindung zur Unendlichkeit des Meeres auf, folgte den großen Strömungen, die sich ihr anboten, spürte das Leben, dass hier pulsierte. Doch plötzlich wurde sie von einem Sog erfasst, der sie tiefer zog. Kurz wehrte sie sich noch, dann ließ sie sich darauf ein und trieb mit diesem Sog. Sie wurde mitgerissen, fortgespült und schließlich stürzte sie in die Tiefe. Zuerst dachte Ceg, dass dies ihr Ende war und sie nun am Grund des Meeres “erwachte”, unwissend wo der Weg zurück zu ihrem Geiste zu finden war. Nun jedoch nahm sie etwas anderes war. Diese unendliche Kraft des Wassers und dieses Gefühl, dass sie hier gelandet war, in der Elementarebene des Wassers. Wie bisher konnte sie sich umschauen. Sich noch mehr darauf einstellen, verstehen und lernen von diesem mächtigen Element. Sie konzentrierte sich darauf, so viel aufzunehmen wie sie nur konnten, denn auch wie bei den anderen Elementen war ihre Zeit hier begrenzt. Nur ein kurzer Einblick, was sie erreichen konnte, wenn sie lernte im Einklang mit den Elementen zu leben. Nachdem einige Zeit verstrichen war und Ceg erneut einige Dinge an Wissen aufgesaugt hatte wie z.B. der Tatsache, dass Wasser unsagbare heilende Kräfte hatte, wenn es rein war. Es konnte sicher auch viel Schaden anrichten, wenn man bedenkt, dass man nicht besonders viel machen kann, wenn eine 4 m Hohe Welle auf einen zukommt. Ein Element, dass vieles Leben erhält und ohne das kaum ein Leben möglich wäre. Doch auch einige Schattenseiten konnte sie erkennen, schemenhaft nur, aber doch vorhanden.
Mit der Zeit bildete sich nun ein neuer Strom der an ihr zog. Leicht, dann stärker und stärker, bis sie wusste, dass es jetzt Zeit war nachzugeben, denn ihre Zeit hier war vorüber. Sie ließ sich also mitreißen und befand sich alsbald wieder in bekannten Gewässern. Nur kurz folgte sie noch dieser Kraft ehe sie sich wieder in ihren Körper zurückzog. Sie öffnete die Augen und fühlte sich dennoch nicht erschöpft, sondern immer noch kräftig und munter wie zu Beginn dieser Verbindung. Sie dankte dem Wasser kurz für all die Erfahrungen. Außerdem stellte sie fest, dass diesmal ja gar kein Elementar aufgetaucht war. War dies alles nur ein hirngespinst gewesen? Etwas, dass sie sich so sehr gewünscht hatte, dass sie es sich selbst ausgedacht hatte? Sie starrte auf das Wasser, ehe sie sich langsam aufrichtete. Sie betrachtete ein letztes Mal das Rinnsal zu ihren Füßen, als dieses plötzlich zusammen floss und sich zu etwas formte. Ceg erschrak kurz, ehe sie ein kleines Elementar erkannte, dass nun neugierig zu ihr aufschaute. Kurz konnte man Stolz in Cegs Augen erkennen und ein Lächeln auf ihrem Gesicht. Dies war nun also der Anfang von etwas Großem gewesen. Eine kurze Reise in die Möglichkeiten, die sich ihr bieten würden. Mit dem Willen ihre Zukunft in die Hand zu nehmen, begab sich Ceg auf den Weg in ihr Lager.

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