Verlorene Gelassenheit

#1
Dakojan hatte den Welpen fort geschickt, in der Hoffnung er könnte den Zorn, der nun in ihm brodelte noch zurück halten.
Doch es war zu spät sein Körper krümmte sich und im nächsten Moment hatte er die Gestalt eines Tigers angenommen.

In seinem Inneren gab es nur noch einen Gedanken – er wollte jagen und töten! Seinen Zorn Luft machen, indem er das Blut seiner Opfer vergoss.
Die Muskeln des Tigers spannten sich automatisch und mit einem Satz war er im Dschungel bereit seine Opfer zu suchen.
Wütendes brüllen und panische rufe von Tieren vermischen sich immer wieder und bald schon weht der Wind den Geruch von Blut durch den Dschungel.

In dieser Nacht würde Dakojan nicht zum Tempel oder zu seiner Hütte zurück kehren, der Zorn hatte ihm im Griff und ließ ihn nicht los. Egal wie viel Blut er vergoss es linderte nicht dieses brennende Gefühl. Vielleicht wenn er noch mehr tötete, dann sollte es doch besser werden?!

Re: Verlorene Gelassenheit

#2
Gründlich prüft der gewaltige grüne Tiger die Witterung, die der zerrissenen, aber kaum gefressenen Beute anhaftet. Mit einem unwilligen Schnauben hebt er den Kopf, grollt dann ärgerlich. Der Geist folgt seinem Instinkt, will der Spur folgen und den fremden Tiger stellen, der die Dreistigkeit aufbringt in seinem Revier zu jagen. Nur die Gedanken des Troll halten ihn zurück. Er kennt den Geruch, auch wenn diesem etwas neues anhaftet. Etwas, das bislang nicht im Wesen Dakojans lag.
Zornig brüllt der Tiger seine Herausforderung in den Dschungel, als die Verwandlung beginnt und Thoshi kurz darauf in Trollischer Gestalt vor der Beute steht. Geschickt bindet er dem Tier die Läufte Zusammen und schultert das sinnlos zerfetzte Fleisch. Zeit mit Dakojan das eine oder andere zu besprechen.
Komm in Fried´n, geh in Fried´n.....ansonst´n geh in Fetz´n!

Re: Verlorene Gelassenheit

#3
Der Tod hatte ein Mantel des Schweigen über den Dschungel gelegt und die Kampfgeräusche der Nacht waren verstummt, doch konnte der Mantel nicht die Spuren beseitigen. Die der Toten Körper der Tiere, die dem Tiger zum Opfer gefallen waren.
Thoshi hatte einen der Orte gefunden, einen Schauplatz für die Kämpfe aus denen der Tiger als Sieger heraus getreten war. Der Zorn des Tigers ließen ihn weiter durch das dunkle Grün ziehen, bis hin zu einer der vielen Ruinen. Hoch ragten die Mauern dort empor und umrahmten den alten Treffpunkt.
Nur noch wenige Blutskalpe lebte hier und die die es taten waren sich der Gefahr in der sie schwebten nicht bewusst. Müde von den Kämpfen ruhte er hier, doch der Zorn loderte noch immer in ihm, wenn auch nicht mehr so stark wie zu beginn der Nacht.

Ein zorniges Brüllen erfüllt den Dschungel – eine Herausforderung. Binnen weniger Momente öffnen sich die Orange leuchtenden Augen des Tigers, Muskeln spannten sich und die Klauen vergruben sich in den weichen sandigen Boden. Der alte Zorn hatte neues Feuer bekommen.
Mit einem Satz war der Tiger aus seinem Versteck und brüllte seine Antwort gegen das grüne Dschungeldach.

Man konnte sehr viel hinein interpretieren von „Komm und Beweis deine Stärke“bis hin zu „ich bin hier halte mich auf“. Nun da der Tiger wieder erwacht war kam der Blutdurst zurück. Am Abend färbte nicht nur die Sonne die Mauern der Ruine rot.

Re: Verlorene Gelassenheit

#4
Die Verwandlung setzt direkt und überraschend ein, als das zweite Brüllen erklingt. Es fällt Thoshi nicht leicht, sie aufzuhalten und den Geist zur Ruhe zu bringen. "Entweda Dako is totalemente Loco, od´r da Kontrolle is hin. Fookh" Tief atmet er ein und wieder aus, packt dann den den Speer und taucht in den Dschungel ein. Es gilt, einen Tiger zu fangen, ohne das es zu einem Zweikampf wütender Geister kommt....
Komm in Fried´n, geh in Fried´n.....ansonst´n geh in Fetz´n!

Re: Verlorene Gelassenheit

#5
einige Tage später nach Dakojans Kontrollverlusts:


Stille lag über Zul Gurub, leise drang das zirpen der Grillen in die Hütte, eindringlich und doch ging es fast unter im rauschen des Wasserfalls.
Nachdem Dakojan sich mit Rayha getroffen hatte für den Rituellen Kontakt mit den Loa war ihm nicht mehr viel Kraft geblieben.
Zurück in seiner Hütte, war er sofort mit Zha´di an seiner Seite eingeschlafen, nun lag er jedoch wach und wartete. Sie würden kommen.
„Ihr Wille is mein Schicksal so is es“ Stumme Worte in die Dunkelheit.

Die Bilder des Rituals erschienen in seinen Kopf. Die Pyramide der Schuld, das Auge und die stolze Figur des Tigers. Es war ungewöhnlich,
grade der Tiger würde ein Geistiges Opfer von ihm verlangen? Was es auch war er würde dem Wunsch entsprechen oder eher dem Befehl?
Ein kalter Schauer lief Dakojan den Rücken hinunter, der Klang des Wassers erinnerte, was Jian‘ky von ihm fordern würde .
Die Wellenlinien - Lebenszeit.


Sie mussten nichts sagen, damit Dakojan wusste, dass Sie eingetroffen waren. Allein ihre Präsenz reichte.
So leise es ging erhob sich Dakojan von seinem Fell warf Zha' di einen letzten Blick zu und zog die Decke über ihn wieder zurecht.
Zur Verwunderung Dako‘s waren es nicht nur zwei Gestalten die ihn erwarteten sondern drei. Schweigend nahmen sie ihn in ihre Mitte
und führte ihn in den Dschungel.
Die Lichtung, an welcher die Vier anhielten war Dakojan völlig unbekannt, es gab nichts markantes nur hohe Dschungelbäume,
die sich drohend in den Himmel erstreckten, fahles Mondlicht viel auf die Erde in die er sich nun kniete.
„ mia is hia ehrenwerte Loa bereit meine Tat zu sühn“ sprach er mit dunkler Stimme.

„Einsam kniest du also hier“ knurrte eine Stimme in der der Stolz mitschwang, Shirvalla. „...bereit für dein Urteil?“ schweigend nickte Dakojan nur. „Ehrlos hast du Leben genommen deren Zeit noch nicht war“ begann der Loa den Schuldspruch „hinterrücks hast du Kämpfe geführt “
„Deine Ehre erkenne ich erst wieder an Dakojan vom Anduri Stamm, wenn du unter den Augen eines anderen Tigers und Wächters
dich bewiesen hast!“
Auch wenn die Worte ein mildes Urteil vermuten ließen, so war doch die Präsenz die von Shirvalla ausgingen
ein versprechen, dass Dakojan dafür mehr als über sich hinaus gehen musste. Einmal noch umrundete der Tiger den knienden Troll mussterte diesen
und nahm Stolz seinen Platz neben den beiden anderen Loa ein.

Die nächste Stimme trat nicht wie der Tiger hervor, doch fehlte ihr damit nicht im geringsten das bedrohliche auftreten.
„Urteilen werden heute andere“ begann der Loa an Dakojan gewandt „doch bin ich hier weil ich eines wissen will“
„Für was tust du das? Für Ihn, der es nicht mal weiß?“ knurrte der Loa „Für jemanden der es nicht an nimmt?“ Die Klauen zuckten durch die Erde. In der Stimme lag etwas lauerndes was sich hinter der Drohung verbarg.
Auch wenn der Loa den Namen des Trolls nicht genannt hatte wusste Dakojan wer gemeint war.

„ Selbst wenn ea sein ganzes Leben brauch n um zu finden was ihm fehlt. Wird mia an seina Seite stehn!“
Mit festen Blick und Stimme sah Dakojan den Loa an niemals würde er an dieser Haltung etwas ändern!
„Liebe de wia bekommen, Ist eben jene, de wir geben.“
Stille folgte nichts rührte sich auf der Lichtung, kein Wind bewegte die Bäume, selbst die Schatten standen immer noch an der selben Stelle.

Der Schlag kam aus dem nichts, riss Dakojan von den Füßen etwas lag schwer auf seine Brust.
„Dann gibst du für ihn“ grollte die Stimme Jian‘ky‘ s „gibst für die die du gemordet hast!“
der Druck auf seiner Brust lies nach, doch grade als er erleichtert aufatmen wollte spürte Dakojan, wie die Macht in ihn hinein griff!
Sein Herz fühlte sich an als würde es gleich zerdrückt werden. „Fünf Arten hast du gemordet! Dies soll die Zeit sein die du mir gibst!“
Der Gorilla Urteilte schnell und unerbittlich die Erklärung und Argumente waren ihm egal sein Richtspruch war gefällt.

Nach atmen ringend und benommen lag Dakojan noch immer da als der Gorilla sich bereit zurück gezogen hatte, auch Shirvalla s Präsenz war nicht mehr auf der Lichtung. Schabende Klauen näherten sich dem Troll.
„Du hältst also noch immer daran fest?“ der Atem fühlte sich heiß an, der Kopf des Loas ruhte neben dem Dakojans „Das Leben wird nicht warten von euch gelebt zu werden.“ Die Klaue berührte nur leicht die Wunden die die Waffen von Mandoshir und Vin´jai geschlagen hatten und doch reichte es aus, dass die Macht des Loa wirkte.
„mein Geist wird ihn immer wieder heimsuchen“ waren die letzten Worte eh auch dieser Loa die Lichtung verließ.

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