Flüstern der Winde

#1
*Shoney saß am Uferrand der Meeresbucht in der auch Booty Bay lag. Sie hatte all ihren Schmuck aus den Haaren entfernt und diese dann sorgfältig gekämmt. Nun machte sie sich wieder daran den Schmuck ins Haar einzuarbeiten, als ein Geräusch nahender Füße auf den Planken sie aus den Gedanken riss. Sie murrte leise in sich hinein und schenkte dem "Störenfried" ihre Aufmerksamkeit.*

Bild




(eine kleine schnelle Skizze von Shoney. Als Vorlage und Hilfe bei Proportionen diente ein Foto was ich bei Google fand.)

Re: Flüstern der Winde

#2
*Sho’ney saß gehockt vor der Kultstätte im Dschungel, dort wo Glokta sie vor Tagen hingeführt hatte. Sie hatte beide Hände flach auf der Erde ruhen und betrachtete wie das Gras sich neigte, beugte und sich plattdrückte durch sie. Neben ihr stand eine Schüssel, die halb gefüllt mit gesammelten Wasser war und einigen Kräutern darin. Den Eintopf und den Wein von Glokta hatte sie schon verspeist und langsam meldete sich ihr Hunger wieder. Sie hatte oft Hunger, eigentlich andauernd und die Wut die sie schon seit kleiner Welpe spürte zerrte wieder mehr an ihrem inneren.*

„Hunger un Wut, sin kein gute Kombi, man.“

*Murmelte sie leise zu sich selbst und erhebte sich. Ihr Rücken bog sie kurz durch, dann stand sie Stolz und Aufrecht da und blickte sich um. Ihre Haare wehten kurz durch eine aufkommende Brise. Es koch schwach nach Feuer, Schweiß, Blut und all den typischen Gerüchen im Dschungel. Sie witterte um sich ein Bild von ihrer Umgebung zu machen, denn ihre Augen waren nie die schärfsten gewesen. Sie musste schmunzeln und Erinnerte sich an ihren Vater der sie immer mit auf die Klippen und Berge nahm um ihr die Natur und alles darin zu zeigen. Lange hatte sie dies nicht mehr getan und blieb lange Zeit in Städten der Horde und lange auch in Booty Bay. Die Sinneseindrücke waren viel Gedämpfter. Doch nun hier, nach Tagen im Dschungel waren ihre Erinnerungen an ihre Kindheit wieder so präsent geworden so intensiv das sie Stunden damit verbrachte genau zu fühlen wie sich das Gras und die Pflanzen, die Rinden anfühlten. *

„Makua káne…Vater… *flüsterte sie wieder leise und schloss die Augen. Die ersten Worte ihres Vaters an die sie sich erinnern konnte: Es ist der Tod! Es ist das Leben! Langsam stellte sie ihre Füße auseinander und ging leicht in die Hocke, straffte den Oberkörper gerade und winkelte die Arme vor der Brust an, dass sie eine Parallel zu einander verlaufende Linie bildeten. Ein Fuß hob sich vom weichen Gras des Dschungels und stampfe auf, kurz darauf widerholte dies der andere Fuß. Immer weiter bis ein gleichmäßiger stampfender Takt entstand.

„Bereit deine Füße vor.“ *stampfend klopften ihre Hände auf ihre Oberschenkel und ein klatschender Takt kam dem Stampfen hinzu. *

„Stampf mit Wildheit und Mut.“ *Ihre Mimik verzog sich zu einer wütenden Grimasse, als wollte sie einen Feind erschrecken. *

„Es ist der Tod! Es ist das Leben!“ *wärend ihre Füße stampften klopfen nun ihre Fäuste abwechselnd auf ihre Brust. Dabei wurden dann die Augen aufgerissen und die drohende Mimki weiter aufrecht gehalten. Doch vor ihrem geistigen Auge sah sie ihren Vater wie er vor ihr den gleichen Tanz vollführte, wie früher als sie ihm dabei immer zu sah und ihn nachahmen wollte. *

„Sieh, den behaarten Troll. Der sich zügelt in der Sonne und so scheint sie und die Feinde glänzen lässt. Sie sichtbar macht.“ *Sho’ney weitet die Augen wieder und hebt die Arme hoch zur Sonne und wärend das rhythmische Stampfen den Boden unter ihren Füßen kaum spürbar erschüttert, formt sie ihre Hände zu Klauen die um sich schlagen. *

„Sie ergeben sich. Haben keine Chance.“ *Sie schlägt sich Stolz gegen die Brust und hebt die Arme wie zum angedeuteten Muskelspiel. *

„Es ist der Tod! Es ist das Leben!“ *immer weiter spricht sie dabei singend und widerholt die Tanzschritte, immer weiter driftet so ihr Geist in einen meditativen Zustand. Die Vögel schrecken hoch, ein Raptor der von den sachten Erschütterungen angelockt wurde neigt Abschätzend den Kopf, begutachtet seine vermeintliche Mahlzeit. Doch Sho’ney bekommt nichts von dem um sie herum mit, viel zu tief ist sie versunken.

Erinnerungen kommen hoch an die Ereignisse der letzten Tage, ihre erste Reise zu den verheerten Inseln und diesem andersartigen Wald in dem sie war. Die Nachtelfen dort sprachen von Abbild eines Traums und sie sah was die dämonische Fäulnis dort mit den Tieren und Pflanzen der Welt anrichtete. Eine Aufgabe führte sie zu einem Tunnelbau, wo ein großer Bär schlief. Doch dies war kein gewöhnlicher Bär und offenbarte die gestaltwandlerische Fähigkeit von Druiden der Klaue. Sie konnte der Druidin helfen und kämpfte sich durch ein verworrenes Geflecht aus Tunneln und Verderbnis. Doch Sho’ney war unachtsam, ein felverseuchtes Unwesen griff sie an und verletzte sie, dabei eilte ihr die Druidin zur Hilfe und wurde dabei selbst verwundet. Doch als die Druidin beide versorgte und ihr tief in die Augen blickte als die Naturmagie ihren Lauf nahm, geschah es…

…Die Druidin riss die Augen auf und verzog das Gesicht zu einem stummen Schrei des Entsetzens und Verwunderung. Sie wollte sich noch wandeln, doch das Leben ran so schnell aus ihr wie das Blut aus der Wunde in ihrem Rücken. Irgendwas passierte dabei doch konnte Sho’ney es nicht fassen und für ihren Geist greifbar und Verständlich machen.
Der Raptor fauchte und klackerte drohend mit der großen Reiskralle auf den Boden als er sich abwandte und los rannt, weg von dem Platz. Die das Kräuter Wasser neben Sho’ney bildete kleine Wellen der Erschütterung und das dumpfe Stampfen wurde lauter und mächtiger als das rascheln der Blätter in den Bäumen sich langsam zu einem seufzenden Lied erhoben.
Je wurde Sho’ney durch einen peitschenden Knall aus allem gerissen. Schmerzhaft kam es ihr vor in der Realität aufzuprallen. Wieder…ein Schuss. Sie duckte sich Instinktiv und schlich zur Geräuschquelle. Zwerge und Menschen hatten sich ganz in er Nähe niedergelassen und unterhielten sich krakeelend und laut. Gewehre hatten sie, jeder dieser Allianz-Hunde und neben ihrem Lager standen Käfige mit eingepferchten Tieren. Einer ging zu einem der Käfige und öffnete ihn, die anderen nahmen ihre Gewehre auf Anschlag und warteten. Das Tier wurde aus dem schützenden Käfig getrieben, kurz gehetzt und dann feige Erschossen. Wieder jeder Ehre und Mut.

Sho’ney stockte der Atem vor Abscheu. Bei dem Anblick dieser Sinnlosigkeit und Feigheit. Sie musste etwas tun, nur was? Sie schlich zu den Käfigen als die Menschen und Zwerge damit beschäftigt waren mit einer gnomischen Apparatur Abbilder zu schaffen. Sie öffnete einige Käfige doch als sie bei einem angekommen war, indem ein kleiner Bär saß stockte sie. Verlor sich in seinem bernsteinfarbenen Blick und keuchte schmerzhaft als ein stechender heißer Schmerz sie am Hinterkopf traf und die Welt um sie schwarz wurde.

Augenblicke vergingen bis sie wieder bei Sinnen war und sich umzingelt von hämisch grinsenden Abschaum wiederfand. Sie verstand die Sprache nicht doch hatte einer dieser Unholde den kleinen Bären am Nacken gepackt und fuchtelte damit herum und zeigte auf Sho’ney. Sie fauchte und versuchte sich aufzubäumen, doch vergebens sie war gefesselt. Das faserige Seil grub sich bei jedem zerren tiefer ins Fleisch ihre Handgelenke. Die Allianzler lachten und feierten ihren Sieg und begangen einen Fehler.

Der kleine Bär befreite sich und biss den Schuft in die Hand, doch die Antwort auf das mutige Aufbegehren kam prompt. Ein Schlag… Quietschen, Jaulen …Stille. Das Junge lag Regungslos am Boden und der Boden färbte sich wie die Abendsonne. Die Wut kam in Sho’ney hoch. Wut die ihre Sinne benebelte und alles verschwimmen ließ…

…Sho’ney wurde vom eigenen keuchenden Geröchel wach und öffnete Mühsam die Augen. Die kleine Blutspur zog sich durchs Gras und endete mit dem jungen Bären der sich genau vor ihr Gesicht gerobbt hatte und dort nun Stirn an Stirn bei ihr lag. Leblos? Heiße brennenden Tränen ronnen ihr Gesicht hinab und tropfen ins Gras und ein Schrei der Verzweiflung und Schmerz erhallte durch den Dschungel und ließ für wenige Sekunden alles in Stille tauchen. * „Es ist der Tod! Es ist das Leben!“

*weinend sagte die diese Worte. Diese ersten Worte ihres Vaters an die sie sich erinnern konnte und seine letzten die sie nie vergessen würde. Sie stand wankend auf, der Mund, Hände und Körper von Blut besudelt hinkte sie nach Süden Richtung Bay, vorbei an zerrissenen Körpern, mit aufgerissenen Brustkörben und von kalter Angst entstellten Fratzen. Sie hielt den kleinen Bären auf den Armen und wiederholte ständig die Worte: „Es ist der Tod! Es ist das Leben!“….

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