Schuld ist Ehrensache - 2012

#1
von Kratsch am Sonntag 20. Mai 2012


Es heißt das alle Sünden, die man in einem Leben begeht, einem bis ins Grab verfolgen. Die bösen Geister sorgen dafür das du sie nicht vergisst, sie plagen deine Seele – jeden Tag, den ganzen Tag. Sie sind das Instrument des Gleichgewichts, auf das der Leid erfährt, der Leid verbreitete. In der Regel endet diese Schuld mit dem Tod, mit einem qualvollen Tod, wenn genug Schmerz ertragen, Alpträume geträumt und Blut geflossen ist. Ist die Seele dem vollkommenen Wahnsinn nahe, ist es an der Zeit gnädig zu sein, die Folter zu beenden. Die Schuld ist beglichen, die Erlösung naht.

Daj trug diese Last, diesen Geist, mit Fassung. Nur selten erlag er den Stimmen in seinen Gedanken, welche im ständig seine schwachen Momente vorhielten. Momente, in denen auch er nur ein Instrument war, es waren viele Momente. Die daraus entstandene Schuld akzeptierte Daj stumm, kaum jemand wusste, warum ihm diese Gestalt, ständig folgte und warum dem Troll das meist gleichgültig war. Daj lebte weiter, er kämpfte, er liebte und er blutete und je mehr er der Gestalt widerstand, desto stärker, unmittelbarer und grausamer wurde sie. Ein lautloser Kampf tobte, ein Kampf der im tiefsten inneren des Kriegers wütete. Der Willenskraft des einen ,Stand die Zerstörungskraft des Anderen gegenüber. Daj wusste, das er diesen Kampf mit der Zeit verlieren würde, aber er zögerte es hinaus, schuff sich Zeit. Erst wenn der Stamm in einer Verfassung wäre, auf ihn verzichten zu können, würde er nachgeben und Gerechtigkeit walten lassen. Doch strich immer mehr Zeit ins Land, immer neue Angelegenheiten traten an den Häuptling heran, immer wieder schob er es auf und immer länger wurde Zeit, die den Geist der Schuld mächtiger werden ließ, erbost über die schiere Ignoranz des Kriegers. Der Geist tobte und er marterte die Seele des Häuptlings mit Alpträumen, Wahnvorstellungen und gedankenvernebelnden Zuständen. Daj erlag diesem geballtem Angriff, er sah ein ,das er in dieser Verfassung eher Last für den Stamm, als dessen Führung sein konnte, er verschwand und bereitete sich auf die Begegnung mit dem Dämonen seiner Vergangenheit vor – ein letzter Zweikampf, die Zeit war gekommen.

Der Häuptling suchte einen Ort, tief im Herzen des Dschungels, auf. Eine Lichtung, auf der ein kleiner Hügel thront, Daj nannte ihn häufig scherzhaft Häuptlingshügel – Heute würde er diesem Namen Würde verleihen. Der Troll nahm noch einen Schluck aus seiner Flasche und macht es sich auf dem Hügel gemütlich, er hockte sich hin und ließ den Blick über die Weiten des Dschungels streifen. Ein Lächeln zuckte über seine Lippen, seine Gedanken galten all dem was er erlebt hatte, der Dschungel hatte daran Teil gehabt, von seiner Geburt an bis heute, an dem Tag an dem es Zeit war zu gehen. Daj kam zu der Überzeugung, das er den Dschungel sicher ansprechend unterhalten habe, während seiner Lebenszeit, zumindest hatte er seinen Spaß und nichts anderes war wichtig. Das Lächeln auf den Lippen des Häuptlings verwand, die Mine wurde kühl und er schloss die Augen. Er überließ das Feld dem Geist, er lud ihn ein, frei von allen anderen Sinneseindrücken und Ablenkungen, der Fokus auf den Dämon, so wie er es haben wollte.

Der Troll verfiel in Trance und fand sich in einem Traum wieder. Er schritt langsam über eine Ebene, der Boden benetzt mit Blut. Daj blickte sich um und sah blutenden Gestalten. Klaffende Wunden waren an ihren Körpern, oder die Kehlen zerschnitten, zertrümmerte Körper oder fehlende Gliedmaßen. Sie bluteten, ihr Blut bildete einen Rinnsal am Boden. Ein paar der Gestalten waren dem Häuptling durchaus bekannt. Kameraden, wie auch geschlagene Feinde, seine Brüder und Blutskalpe, Allianzstreiter und Soldaten der Horde. Manche dieser Gesichter weckten Erinnerungen in dem Troll, auch wenn er selbst jetzt um eine kühle Fassung bemüht war, ließ ihn das was er sah, alles andere als kalt. Der Verlust und der Sieg, Beide waren sie hier versammelt, beide wurden mit seinen Erinnerungen wieder gegenwärtig – doch die Gestalten, blieben stumm und Daj schritt weiter durch ihre Reihen und folgte dem blutigen Strom auf dem Boden, ein scheinbar endloser Marsch.

Am Ende des Stroms, erwartete ihn ein weiterer Bekannter, der Dämon. Dies war sein Reich, dieser Traum sein Werk und der Häuptling verharrte ruhig, regungslos. Der Geist hob seine Hand gen Daj und deutete ihm, näher zu treten. Der blutgetränkte Boden machte es dem Troll schwer, doch kam er dem Dämon immer näher. Viele Jahre waren vergangen, seitdem der Fluch gesprochen wurde, seitdem verflogte dieser Geist der Rache den Krieger, doch niemals fühlte sich Daj dieser Ausgeburt der Wut und Vergeltung so nah wie in diesem Moment. Der Häuptling war bereit, sich ohne Gegenwehr dem zu ergeben, was für ihn bestimmt war. Der Dämon geriet in Rage, denn er erkannte weder Furcht noch Todesangst in den Augen des Kriegers. Er packten den Häuptling am Hals und zwang ihn auf die Knie, so fest war der Griff des Geschöpfes, das Daj außerstande war zu atmen. Traum und Realität verschmolzen. Der Troll der in Trance auf dem Hügel saß, war der Macht aus der Zwischenwelt nicht gewachsen, die Luftzufuhr abgeschnitten, rang er um Atem. Das Blut began dem Krieger aus der Nase zu Tropfen, doch er ertrug es, ohne Gegenwehr und ließ es geschehen. Daj erstickte jämmerlich, mit festem Blick in die wütenden Augen seines Peinigers, hauchte er krampfend sein Leben aus. Der Häuptling kippte von dem Hügel, leblos, regungslos – die Schuld war bezahlt.

Nichts ist für ewig, niemand ist unsterblich und alles dauert nur solang an, wie es der Plan der Loa entspricht. Der Plan den die Loa für Daj hatten, endete an einem windstillem, schwülwarmen Tag mitten im Dschungel – ein Tag wie jeder andere, ein Tag der ebenso war, wie an jenem Tag seiner Geburt. Der Kreis war geschlossen und der Dschungel sollte sich das nehmen, was er viele Jahre zuvor gegeben hatte. Vom Blutgeruch angelockt, spähte ein Trupp Raptoren den Leichnam aus. Vorsichtig und behutsam kamen sie näher, bis sie schließlich genug Sicherheit gewannen und auf die Beute losstürmten. Die Raptoren schlugen gierig ihre Zähne in den Troll, doch hatten sie Mühe mit seinem Panzer. Sie packten den Krieger an den Beinen, schüttelten und schleuderteten ihn. Mit der Absicht die harte Schale zu entfernen trieben sie dieses Spiel eine ganze Zeit lang, legten hier und dort Hautpartien frei und bissen zu. So war der Kreislauf des Dschungels.

Die Raptoren schreckten auf, als ein Tiger in der Ferne brüllte und ließen von der Leiche ab. Hastig blickten sich die Echsen um, denn noch weitere Tiger nährten sich den Räubern. Auf jede Deckung verzichtend umzingelten sie die Raptoren, welche sich zurecht unterlegen sahen und die Flucht suchten. Die Tiger schlenderten auf die Leiche des Häuptlings zu, alle legten sich an dessen Seite ab , bis auf einen. Eine der Raubkatzen beschnupperte Daj, leckte Blut von seinem leblosen Körper, der von den meisten Rüstungsteilen befreit, regungslos im Gras lag. Es muss ein seltsamer Anblick gewesen sein. Ein Troll, leblos auf dem Boden liegend, der Rücken der das Zeichen Shirvallas trug zeigte gen Himmelsgestirn, - umkreist von Tigern. Jener, der den Körper forschend begutachtete brüllte laut, bäumte sich auf und verpasste dem Rücken des Trolls einen kräftigen Prankenhieb. Die Krallen schnitten durch das Fleisch.

Daj schrie, voller Inbrunst ließ er seinen Kampfschrei los. Doch weder Hall noch Antwort war zu hören. Kein Wind wehte, weder war ihm warm noch kalt. Er richtete sich auf und erkannte, das er gefangen war. Gefangen in dem Reich des Dämons. Doch zu welchem Zweck? Ein junger Tiger erschien in seinem Traum, kam näher und prüfte den Troll forsch. Als dieser sich nicht regte, entfernte er sich wieder. Mit jedem Schritt, alterte der Tiger, wurde größer, kräftiger und imposanter. Das Tier spazierte zu dem Rinnsal, dessen Blutfluss den Boden tränkte. Es trank von dem Blut und brüllte, so laut das der Dämon erschien. Der Tiger fokussierte die Gestalt und brüllte erneut, und wieder ..und noch einmal. Dann trank das Tier wieder von dem Blut, solange, bis es aus dem Boden wich, die Ebene getrocknet und sauber war. Als der letzte Tropfen aufgenommen war, richtetete der Tiger seinen Blick auf Daj, nahm Anlauf und sprang ihn an. Das Tier stieß den Troll fort, mit einer Wucht, die niemand zu bremsen vermochte. Der Troll flog davon, immer weiter und in der Ferne sah Daj, wie der Tiger zu Boden ging, und sich nicht mehr bewegte.

Stille. Das Rauschen des Meeres in der Ferne, Berühungen..von wem? Wie kann das sein? Daj öffnet das Auge und blickt zum Himmel. Die Wärme treibt ihm Schweißperlen auf die Stirn, ein Lächeln zuckt über die Lippen des Häuptlings. Nun hatte er erneut, eine Schuld zu zahlen.

Re: Schuld ist Ehrensache - 2012

#2
von Nemja am Sonntag 20. Mai 2012


Seit Tagen verließ Nemja schon nicht mehr die Hütte, stetig ein wachendes Auge auf den Häuptling. Sie beobachtete ihn, verfolgte seine Worte, wenn er sprach und sie wusste das die Zeit bald kommen würde….

Daj war ständig im Zwiegespräch mit sich selbst, er lief im Zelt auf und ab. Drehte seine Runden um die Hütte und konnt keine Ruhe finden. Seine Gedanken schienen ihn regelrecht zu zerfressen, manchmal redete der Häuptling wirres Zeug, oder machte Dinge die keinen Sinn ergaben. Er zog sich seine Rüstung an, nur um sie wieder abzulegen, schliff seine Waffen, stellte sie vor der Hütte auf, und legte sie kurze Zeit später wieder rein.

Nemja schwieg, wenn Daj Gedanken versunken mit sich sprach. Er hatte kein Wort, keine Geste für sie übrig. Zu sehr war er mit sich und seiner Vergangenheit beschäftigt. Wenn er sie mal ansah, konnt Nemja nur Gegensätze in seinen Augen sehen. Gut und böse, Frieden und Kampf, Leben und Tod manchmal sogar Verzweiflung.
Verzweifelt….das traf nun auch auf Nemja zu. Sie liebte Daj mehr als ihre Loa, sie schätzte ihr Männchen mehr als alles andere und ehrte ihn als Häuptling.

Mit diesen Gedanken schlief Nemja ein, als sie dachte Daj würde endlich ein wenig Ruhe haben und selbst schlafen.
Der Morgen graute und der Dschungel rief nach Nemja.
Sie wachte Schweißgebadet auf, der blick viel sofort auf Daj´s Schlafplatz, doch er war nicht da. Nemja legte ihre Rüstung an, doch nicht die der Anduri, sondern die Rüstung, mit der sie in schon lang vergangenen Tagen, an Daj´s Seite kämpfte. Die schwarze, schlichte Rüstung.
Sie wusste wo ihr Männchen steckte, ein Platz der einem Häuptling gebührt, einen Platz an dem ein Häuptling seinen letzten Kampf ausfechten würde.

Je näher Nemja dem Häuptlingshügel kam, um so stiller wurde es. Kein rufen der Raptoren, kein schreien der Gorillas nicht einmal der Wind flüsterte.
Nemja dachte schlagartig an den Nebel, der aufkam als sie mit ihrem Männchen im Dschungel die Feinde übermannte und die Dörfer regelrecht ausräucherte. Die Zeit einer glorreichen Schlacht, die nur Daj und Nemja ausgefochten haben, Seite an Seite.

Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis sie endlich an ihrem Ziel war. Ihre Gedanken umschlungen noch immer die Vergangenheit.
Endlich, da saß er! Der Häuptling. ihr Männchen….der Troll vor dem Nemja am meisten Respekt hatte.
Sie hielt inne und dachte daran, wie Daj im Tempel stand und mit Nemja den Kampf ihres Lebens kämpfte. Er war das Zeichen auf das Nemja damals gewartet hatte, das Zeichen Sseratus das Schicksal in die eigenen Klauen zu nehmen und das Blatt zu wenden.
Er war für sie da und nun würde sie für ihn da sein. Auch wenn sie wusste, das dies ein Kampf ist, bei dem sie ihn nicht schützen konnte. Kämpfen musste Daj allein, aber sie würde bei ihm sein, an seiner Seite.
Nemja setzte sich dicht hinter den Häuptling und hielt Wache. Das einzige was sie nun für ihn tun konnte. Nemja empfand keine Trauer,auch wenn sie das Ende dieses Spieles kannte. Ein Spiel mit den Dämonen, ein Spiel um die Schuld zu begleichen und Rechtschaffenheit her zu stellen. Nun lag alles in den Händen der Loa.

Es Verstrich viel Zeit, es war noch immer ruhig. Doch der Atem des Häuptlings wurde immer schwerer, fast schon nach Luft ringend. Schweiß bildete sich auf seiner Stirn und der ganze Körper spannte sich an.
Nemja legte ihre Arme fest um seinen Körper um Daj halt zu geben. Er war der Häuptling, er sollte nicht einfach zu Boden stürzen. Daj rang um Luft, sein Kopf drückte sich fest gegen Nemjas Schulter. Der Häuptling streckte seine großen kräftigen Hauer gen den Himmel. Seine Klauen klammerten sich so heftig an Nemjas Arme, das an den Stellen bereits Blut floss, sie konnte spüren, wie sein Körper verkrampfte bis schließlich Blut aus seiner Nase über seinen Mund und schließlich über sein Kinn tropfte. Bis die Tropfen schließlich auf Nemjas Armen ihr Ende fanden.
Die Trollin stützte sich mit aller Macht gegen Daj´s Körper um ihn aufrecht halten zu können, sie flüsterte immer wieder einige Loagebete in sein Ohr und hoffte bis zu letzt....
Doch Daj´s Körper sackte zusammen und wurde schwer, der letzte Atemzug entglitt aus seiner Brust, der Griff lockerte sich und Daj´s Arme glitten zu Boden.

Nemja hielt ihr Männchen im Arme und legte ihren Kopf auf seinen leblose Schulter und küsste seinen Hals. Die sonst so gefühlskalte Trollin verlor für einen Augenblick die Fassung, Tränen heiß und brennend kullerten langsam über ihre Wangen und berührten die geküsste Stelle wie zarte Regentropfen .
Als Daj´s Körper keine Wärme mehr in sich trug, legte sie ihn sanft in das weiche Moos, die Raptoren schrien in der Ferne, die Gorillas trommelten den gewohnten Dschungelrhythmus und der Wind strich zart über das saftig grüne Gras.

Nemja lächelte ihr Männchen an.
„ Du hast deine Schuld beglichen und darfst nach Hause gehen Daj´Jin Krucha. Wir sehen uns wieder. Aber jetzt muss ich mein Schicksal erfüllen.“

Nemja küsst Daj noch ein letztes Mal ehe sie ihm den Rücken zu wendet, Ihr Schicksal lag tief im Norden.

Re: Schuld ist Ehrensache - 2012

#3
von Dijo am Sonntag 20. Mai 2012


Dijo saß ruhig auf einem der Dächer in Beutebucht und hielt Sehnsüchtig Ausschau nach seinen Stammesleuten.
Es vergingen Tage und Wochen. Hin und wieder traf er Dorsor und Zebwa, die mit ihm und Tari das Aas besuchten und sich über neue Ereignisse erkundigten. Aber irgendetwas war heute anders als sonst.
Der junge Troll wusste noch nicht genau was es war und so wartete er noch immer, in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen der Anderen.
Es war leer geworden in Booty, ohne die Anduris. Einige Goblins und Trolle die zum Handeln vorbei kamen, blickten ihn überrascht an.
" Ah, euch gibtz also auch noch!" rief ihm ein Fischer zu und wunk mit dem Arm.
Der Jungtroll seufzte nach dieser Begrüßung und lehnte sich stumm gegen die kühle Hauswand die etwas mehr im Schatten lag.
" Also wenn die Anderen sich heimlich getroffen ham, um die Loasache ohne mich durch zu ziehen, reiß 'ch den de Arsch auf. Echt ma!"

Re: Schuld ist Ehrensache - 2012

#4
von To'Waya am Sonntag 20. Mai 2012


Auf seinem Ausguck, oben auf einem dicken Ast, überblickte Towa den Dschungel unter sich. Doch im Gegensatz zu sonst, ließ sich heute kein Tier blicken. Ein Schauer lief dem Troll über den Rücken, nicht das erste mal an diesem Tag. "Fook eh... irg'ndwat is heute kom'sch..." schnaubte der junge Jäger leise. Wieder spitzte er die Ohren lauschte angestrengt in den Dschungel. Totenstille. Nicht einmal das Gekrächze der Papageien konnte er hören.

Stumm legte der Troll einen Pfeil auf die Sehne, nur um ihn gleich darauf wieder herunter zu nehmen. Eine Spannung lag in der Luft, die ihn wahnsinnig zu machen drohte. Untätig hockte Towa oben auf dem Ast, lauschte in den Dschungel, fummelte nervös am Bogen herum und hatte keine Ahnung, was überhaupt los war. Als es langsam dämmerte, kletterte der Jäger herunter, verlor auf dem letzten Meter den Halt und fiel ziemlich ungelenk auf den Boden. Schnaubend kam er wieder auf die Beine und starrte auf seine Klauen. Sie zitterten nervös. "Verfookte Scheiße, hier is irg'nd 'n Kack am dampf'n"

Re: Schuld ist Ehrensache - 2012

#5
von Dijo am Montag 21. Mai 2012


Als Fledermaus flatterte der Jungtroll suchend über die Baumkronen des Dschungels hinweg, die ihm allerdings jegliche Sicht auf sein inneres versperrten. Also beschloss er seine Suche in der Gestalt des Tigers weiter zu führen.
Er suchte alle Orte auf, die er als Anduri kennen gelernt hatte. Die ihnen wichtig waren.
Keinen der Anduris fand er dort. Langsam begann der Jungtroll an zu zweifeln. Hatten sie ihn alleine gelassen?
irgendwann zuckten seine sensiblen Katzenohren auf, als er das leise Atmen von To'Waya vernahm und zu ihm hoch blickte und seine gestalt änderte, in die des rothaarigen Trolls.
" Hey Towa! Hast du irgendwelche Andruis gesehen? Jetz' außer Dorsor, Zeb un' Tari mein 'ch. 'ch wer noch etwas den Dschungel durchkämmen. Wenn du mich begleiten magst?" bot der Jungtroll an und seine Gestalt nahm wieder die des großen dunklen Tigers an, der durch den Dschungel schlich, auf der Suche nach Spuren und Hinweisen die ihn näher an das Rätsel brachten.
Wenn er sich dem Häuptlingshügel nähern würde, was... würde er dort vor finden?

Re: Schuld ist Ehrensache - 2012

#6
von To'Waya am Montag 21. Mai 2012


Towa schüttelte nur stumm den Kopf, als Dijo ihn nach andren Anduris fragte. es war schon ungewöhnlich, dass der andere ihn in seinem Element, der Wildnis, überaschen könnte. Plötzlich war er in der Gestalt eines einäugigen Tigers vor ihm im Dschnugel aufgetaucht.
Wollte er ihn begleiten? Wollte er wirklich wissen, was diese seltsame Spannung verursachte? Ihm schlug das Herz bis zum Halse, etwas, dass er im Dschnugel schon seit langem nicht mehr verspürt hatte. Wieso nur wurde er das gefühl nicht los, dass etwas geschehen ist, was auch ihn angeht? Etwas, dass weder ihm, noch Dijo gefallen würde?
Dijo hatte schon längst wieder seine Tigergestalt angenommen und war wieder im Dickicht verschwunden. To'Waya ließ sich etwas gegn den Baum sacken, stieß sich wieder ab und starrte in den Dschungel.

"Wenn de fürchtest, verrückt zu werd'n, wenn dich Gedank'n wie böse geister plag'n, dann hilft nur eins: Atmen! Tief durchatmen, mein Junge. Gaaanz tief, in'n Bauch. Tu das un' nach ner Weile wird dein Geist wieder klar. Un' ohne klar'n Geist biste inner Wildnis so gut wie tot!"
Diese Worte seines alten Lehrers in Sen'Jin gingen ihm durch den Kopf und langsam fing der junge Jäger an, seinen Rat umzusetzen. Ruhig atmete Towa einige Male tief durch und spürte, wie sich sein herzschlag wieder ein wenig beruhigte. Seine Befürchtungen waren zwar noch nicht ganz weg, doch hörten sie endlich auf, seinen Geist zu lähmen.
Ein lautes Zischen kam ihm über die Lippen, wieder griff er seinen Bogen. Doch diese mal nicht zittrig, sondern fest, entschlossen. Und so folgte er dem Pfad, den Dijo eingeschlagen hatte, versuchte, dem anderen troll zu folgen.
Wohin auch immer ihn das führen würde. Was auch immer sich ihm zeigen würde. Er folgte. Er würde seinen Stammesmitgliedern immer folgen.
Und dennoch wurde er den Gedanken nicht los, dass etwas schreckliches geschehen war.
Der Jäger verschwand im Dschungel...

Re: Schuld ist Ehrensache - 2012

#7
von Kratsch am Dienstag 22. Mai 2012


Das nahe Rauschen des Meeres wiegte Daj in den Schlaf. Erschöpft lag er einfach nur da, ohne zu wissen wo er war, oder wer in seiner Nähe war. So geschunden und verletzt, wie er war, fragte er sich, was nun werden würde. Er bemühte sich das Auge zu öffnen und seine Umgebung zu begutachten, den Kopf zu heben, um sich ein Bild zu machen, doch es gelang ihm nicht. Diese einfach Sache, ein Kopfheben, bereitete ihm Probleme - er knurrte lang und leise.

"Willkommn du Penner! Damit das ma klar is, 'ch mach's nich umsonst. Un wer oder was dich auch imma ausgeschissn hat..dit wird teuer..das seh ich schon!" tönte es aus nächster Nähe. Gefasel welches das Rauschen des Meeres überdeckte, es verägerte Daj und sowieso konnte er es nicht zuordnen. Es schien ein altes Weib zu sein.

"Ah, de schweigsame Sorte..auch schön. So, 'ch mach mich ma auf den Wech und such ma so ein bisschen rum, vielleicht find ich ez ja." Sprach das Weib, während Daj spürte, wie sie feuchte kalte Tücher auf seinem Körper verteilte.

"Was willst findn?" fragte Daj müde. "Ich geh an die Stelle wo ich dich uffgegablt hab und such nen einsames Trollbein, nen paar Hautfetzen wärn auch nich übl. - dit wirst mir alles bezahln, is klaa!"

Daj reagierte nicht, er ließ sich fallen. Wieder schlief er ein, in der Ferne das Rauschen des Meeres. Im war kalt, das Körpergefühl war gewichen, Schmerz blieb - doch Schmerz war ein Bruder, war er zu Besuch, ist man noch am Leben.

Re: Schuld ist Ehrensache - 2012

#8
von Dorsor am Dienstag 22. Mai 2012


Langsam landet der zeppelin in grom ´gol an bord ein wütender ork mit einem schwarzen raptor an der seite.
als beide auf die landeplattform vom zeppelin steigen spricht der ork zu dem raptor " zeig mir den grund für mein gefühl mein freund " mit einem blick auf sein schwert fügt er hinzu " mal sehen was diese umbal`hai von den andren stämmen mir sagen was zum shnorsh hier los ist " mit diesen worten verschwinden der ork und der ork leiße im dschungel


(( sorry bin sehr eingerostet beim thema schreiben , nich krumm nehmen ))

Re: Schuld ist Ehrensache - 2012

#9
von Dijo am Dienstag 22. Mai 2012


So streiften To'waya und Dijo gemeinsam durch den Dschungel, auf der Suche nach den vermissten Stammesmitgliedern.
Immer tiefer drangen sie in die grüne Hölle, welche sie ihr zu Hause nannten ein, bis sie tatsächlich den Häuptlingshügel erreichten, der ihnen bis dato noch unbekannt war.
Es roch nach Blut und der Trolltiger leckte sich über seine Leftze.
Was hatte sich hier zugetragen? Was sie fanden, lies nichts gutes erahnen.
Verwüstete Rüstungsteile einem ihm sehr wohl bekannten Trolls, lagen auf dem Hügel verteilt. Verbeult und teils zerkratzt und zerbissen.
Der Jungtroll trat näher und schaute auf ein abgeknabbertes Trollbein, welches vor ihm im Gras lag.
Entsetzt fuhr Dijo herum und nahm wieder seine normale Gestalt ein.
" DAS is?! Fuuka, Towa! Das kann nich' sein. Nich' das... wonach es hier aussieht oder? 'ch mein... der Boss ist stark. Wieso sollte er sich von Tieren nieder strecken lassen?"
Dijo viel auf die Knie und stützte seine krallenbesetzten, großen Hände auf den feuchten Dschungelboden vor sich.
War das das Ende ihres großen Häuptlings?
" Dieser... Arsch! Das... das kann er uns do nich' einfach so antun! VERFLUCHT!"
schrie er, hob beide Arme an, um die geballten Fäuste einmal auf den Boden vor sich nieder zu schlagen und sich zu krümmen.
Das ganze sah für ihn wirklich so aus, als habe sich Daj'jin von den Raptoren des Dschungels fressen lassen.
Da war es wieder.
Dieses Gefühl der Hilfslosigkeit. Wieder konnte er nicht helfen, auch wenn er es sich so sehr gewünscht hätte.

Re: Schuld ist Ehrensache - 2012

#10
von To'Waya am Dienstag 22. Mai 2012


Die Szene kam ihm immer noch unwirklich vor. Alles hatte den Anschein, als ob ihr Häuptling den Raptoren zum Opfer gefallen wäre. Er konnte es sich schlecht vorstellen. Auch wenn Towa den Boss noch nich so oft erlebt hatte(hatte er ihn überhaupt je wirklich erlebt?), so hatte er nie auf ihn gewirkt, als könnte er so einfach überrumpelt werden. In dem Fall hätte noch wenigstens ein toter Raptor hier herumliegen müssen. Doch da lag nichts, außer den Rüstungsteilen und dem Bein.
Enttäuschung stieg in Towa auf. Darüber, nicht zur Stelle gewesen zu sein.
Enttäuschung wandelte sich zu Wut.
Wut brach sich ihren Weg nach draußen, indem ihm erst ein leises Grollen entfuhr, dass sich zu einem kehligen Knurren steigerte und sich bis zu einem gewaltigen Urschrei steigerte.
Dijo fiel auf die Knie und stammelte etwas.
Towa bekam es kaum mit. Seine Klaune packten den Bogen so fest, dass der Griff knirschte. Er warf die Arme hoch, brüllte den Zorn ungehemmt heraus und sackte dann auch langsam auf die Knie.
Wenn es etwas gab, dass To'Waya hasste, dann war es dieses gefühl von Hilflosigkeit, gepaart mit Ratlosigkeit.
Eine Weile starrte er einfach auf eines der Rüstungsteile, die gerade in seinem Blickfeld lagen.
Dann erhob er sich und schnaubte laut. Immer noch hielt er den Bogen so fest, dass die Knöchel an seiner Faust hervortraten.
Der Jäger wirbelte herum, dass der lange Zopf flog.
"Wat au' immer hier passiert is Maan. Wir werd'ns rausfind'n" knurrte Towa und suchte bereits den Dschungel in seiner nächsten Umgebung nach Spuren ab.
Irgendwie wirkte er so gar nicht mehr wie der kleine Welpe von Booty Bay...

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