Tigerkind

#1
Prolog

Ewekamiji umfasste seinen Wurfspeer mit einer Hand, deren Innenfläche sich viel zu feucht anfühlte. Verwundert sah er sie an.
So war seine Hand doch sonst nicht?

Egal ob er das Dorf bewachte oder mit den anderen auf Eberjagd ging, ob er den Kriegstanz vor Meister Gadrin aufführte oder ein paar Klingennacken verjagte - sie war immer ruhig. Immer hielt sie den Speer ganz fest und immer warf sie ihn sicher. Er konnte sich auf sie verlassen. So war es, seit er ein Junge gewesen war.

Warum konnte er ihr dann jetzt nicht mehr vertrauen? Sie zitterte ja sogar!

Ewekamiji wusste es natürlich. Aber er hatte gedacht, dass er sich selbst austricksen könne, wenn er es leugnete. Jetzt gestand er es sich ein, und seine Hand wurde noch feuchter. Den Gesang der anderen Krieger hörte er kaum noch.

Vor ihnen war das Portal. Es hieß, dass dahinter eine zerbrochene Welt wartete. Eine Scherbenwelt, beherrscht vom Brennenden Kreuzzug.

Er hatte seiner Frau gesagt, dass er Beute bringen würde. Er hatte auch gesagt, dass man tun musste, was Vol’jin befahl. Er hatte seinen Sohn Snako umarmt und sich sehr tapfer verhalten, damit der Junge keine Furcht bekam. Er hatte genau so viel geprahlt wie die anderen, als er die Kriegsbemalung auftrug.

Jetzt wäre Ewekamiji am liebsten fortgelaufen.

Der Gesang wurde lauter und die Krieger erhöhten den Druck nach vorn. Ein Voraustrupps von Orks war bereits durch das gewaltige Tor gestürmt und einfach im wirbelnden Licht verschwunden. Neben den Trollen stapfte ein Regiment Tauren gelassen voran. Auch diese seltsamen Elfen waren hier, die sich als Verbündete angeboten hatten. Ihre blutroten Rüstungen spiegelten das Licht wieder, das vom Tor ausging. Und die sollten jetzt zur Horde gehören?

Auf die andere Seite überzutreten war, als würde er waagerecht in die Tiefe stürzen. Plötzlich war da ein fremder Himmel, ein karges Land. Geschütze donnerten in der Ferne und die Kriegerin neben Ewekamiji explodierte von der Hüfte aufwärts in eine Wolke aus Blut und Gewebe. Er schrie, stolperte, rollte einen Hang hinunter. Ihm war schwindelig, als er wieder auf die Beine kam. Hier lagen viele Leichen und er war beschmiert mit Blut.

Jemand rempelte ihn an und er rempelte zurück. Offiziere versuchten, die Krieger zu sammeln. Rothäutige Orks brachen durch die Reihen. Links kämpften die Tauren gegen andere Feinde.

Ewekamiji warf seinen Speer. Er konnte nicht sehen, ob der traf. Dann war da ein gewaltiges Wesen aus Stein und Feuer. Er drehte sich um und rannte, aber etwas schlug gegen ihn. Er wurde umhergewirbelt, flog durch die Luft. Am schlimmsten war der Aufprall: Er konnte spüren, wie in seinem Körper Dinge brachen und platzten.

Er lag da, ohne auch nur den Kopf bewegen zu können. Vor sich sah er ein wenig Erdboden und seine verdrehte Hand. War das die Linke, oder die Rechte? Er erfuhr alles über sich, was ein Mann nur über sich selbst erfahren konnte. Dann starb er. Es wäre angemessen gewesen, wenn sein letzter Gedanke seiner Frau und seinem Sohn Snakobujido gegolten hätte. Doch dafür war er zu schnell fort.
Zuletzt geändert von Mama Jippa am Donnerstag 6. Februar 2020, 09:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tigerkind

#2
1

Jahrhundertelang hatten die Trolle des Darkspear-Stammes im Dschungel gelebt. Sie waren so viele Generationen lang ein Teil des Dschungels gewesen, bis auch er zu einem Teil ihrer Seele geworden war. Sein Duft, seine Klänge und sein Rhythmus bestimmten ihr Leben, und sie bewegten sich durch sein grünes Labyrinth und über seinen tückischen Boden mit angeborener Geschicklichkeit.

Poetisch, oder?

Kacke war dabei nur, dass die Darkspear ja vor ein paar Jahren dazu gezwungen worden waren, den Dschungel zu verlassen. Jetzt lebten sie im Dorf Sen’jin, nahe der Savanne, an der heißen und sonnigen Küste Durotars. Die Fähigkeiten eines Dschungelläufers waren hier keinen Scheiß mehr wert. Das war schlecht für die Alten. Denn wenn man die Jungen fragte, woher sie stammten, dann antworteten sie: Na aus Durotar, mann!

Und dann klauten sie dir deine verfoohkten Kaktusäpfel.

„Ihr vafoohkten Welpos, das sind MEINE Kaktusäpfel! Bringt die sofort zurück ihr klein’n Pissah!“

Das brüllte der dürre Zuzeke, während er den Kindern hinterherrannte. Im Dschungel war er ein tödlicher Geist gewesen und hatte viele Köpfe gesammelt. Aber die halbwüchsigen Trolle, die jetzt vor ihm flohen, flitzen mit einer Geschwindigkeit über den steinigen roten Boden, dass Zuzeke dagegen aussah, als hätte man ihm Eisen in die Hose gesteckt.
Schwitzend und keuchend wurde er langsamer. „Ich werd euan Mo’s und Pa’s davon erzählen, ihr klein’n Scheißah! Ich hoff‘ ihr erstickt an den Kaktusäpfeln. Chu’kay verfluch‘ euch!“

Die Kinder waren flink einen roten Felsen hinaufgeklettert, von dessen Kante sie Zuzeke lachend verspotten konnten.
„Mh“, rief die flinke Mu’lay, „die schmecken aber krass bien mann!“
„Yayaya die sind so saftig!“, bestätigte Tak Einhauer trillernd.
„Wenn du die willst komm doch rauf zu uns!“, lachte Snakobujido den tobenden Zuzeke aus.
"Ich werd 'n Totem in meinen Garten setzen, das verlucht euch zu Würmern wenn ihr nochma' über meinen Zaun klettart!"

Im Grunde genommen waren die Kinder enttäuscht, als der ältere Troll recht schnell aufgab und zurück zu seinem kleinen Hof stapfte.

„Wir teilen die Äpfel jetz‘ gerecht auf, mann“, erklärte Snakobujido. Er war der mutigste unter ihnen und der Anführer, und was er vorschlug, wurde meist auch so gemacht.
„Wie denn?“, fragte Tak Einhauer misstrauisch. Er war untersetzt und breitschultrig, und immer bereit, sich zu streiten. „Fünf Kaktusäpfel sind übrig, mann, und wir sind drei. Was machen wir jetz‘, Snako?“
„Dann nehmt ihr jeder zwei und ich den einen hier“, sagte Snakobujido mit einem strahlenden Grinsen. „‘N Tiger muss auch mit weniger Futter auskommen.“

Snakobujido war noch ein Kind. Etliche Jahre war es her, dass sein Vater in den Krieg gezogen und nicht zurückgekommen war. Da lag die Vermutung nahe, dass sich der Junge überhaupt nicht an seinen Erzeuger erinnern konnte. Aber Snako erinnerte sich an alles. Oder meinte, dass er es tat. Er hatte sich seine Erinnerungen einfach selbst zusammengebaut.

Er würde zum Beispiel eines Abends am Hüttenfeuer seine Mutter fragen: „Du Mo, Ewekamiji war doch krass stark, oder?‘ Und seine Mutter würde antworten: „Yeah, das war er. Stark wie’n Tiger.“ Und Snako erinnerte sich sofort daran, wie stark sein Pa gewesen war.
Oder er würde bei der Feldarbeit wissen wollen: „Du Mo, war Ewekamiji eigentlich sehr mutig?“ Und seine Mo würde nicken und sagen: „Dein Pa hatte nie Angst, mann. Er war mutig und smuu‘th.“ Und sofort erinnerte sich Snakobujido.
Einmal hatte er die Stirn gerunzelt und gefragt: „Ewekamiji hat mir immer so’n Lied vorgesungen, Ma. Welches war das nochma‘?“ Und seine Mutter würde ihm das Lied von der Überfahrt der Darkspear nach Durotar beibringen, und er würde es auswendig lernen, und später würde er es für sie singen.

Snakobujido hatte auch einige bunte Hünherfedern an seinen Stock gebunden, weil seine Mo ihm geholfen hatte sich zu erinnern, dass am Speer seines Vaters die Federn des Ebenenschreiters befestigt gewesen waren.

Er war Ewekamijis Sohn. Sein Vater war ein Tiger gewesen, und darum war Snakobujido es auch.
Zuletzt geändert von Mama Jippa am Dienstag 11. Februar 2020, 22:48, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Tigerkind

#3
2

Für Snakobujido und seine Freunde war Sen’jin das einzige Zuhause, das sie kannten. Und so wie die älteren Darkspear eins mit dem Dschungel gewesen waren, so waren die Kinder jetzt eben eins mit der roten Steppe, den Kakteen und der brennenden Sonne, und dem bunten Treiben ihres Heimatdorfes.

Deswegen bemerkten sie schon auf einige Entfernung, dass heute etwas anders war: Das Rufen aufgeregter Stimmen drang von Sen'jin zu ihnen, und es waren fremde Kodos und Raptoren am Eingang des Dorfes angeleint.

„Altah, endlich ma‘ wieder ne Handelskarawane!“ Mu’lay jubelte und rannte sofort los. Tak und Snako, die Freunde und zugleich unerbittliche Konkurrenten waren, warfen einander einen abschätzenden Blick zu und starteten dann auch durch. Snako gewann das folgende Wettrennen, aber trotz Taks dicker Beine wurde die Sache ziemlich knapp.

Und so standen die Kinder dann bald auf Sen’jins großem Platz und staunten: Es waren fremde Trolle im Dorf! Sie sahen aus wie Darkspear, doch sie waren in bunte Rüstungen aus merkwürdigen Materialien gekleidet. Ein bisschen war es so, als kämen sie aus einer fremden Welt.

Taten sie auch.

„Das sind Freunde von deinem Pa, Männer und Frau’n hier aus unser’m Dorf!“, sagte Snakobujidos Mutter lachend. Sie und andere Frauen brachten Krüge von Dschungelrankenwein und drückten sie den Neuankömmlingen in die Klauen. „Die ha’m ihren Dienst in der Scherbenwelt beendet. Die ha’m jetz‘ da drüben Land und Höfe und ein Dorf, aber sie besuchen uns!“

Tak wurde von einem Darkspear gepackt, der in eine schimmernde Kettenrüstung gehüllt war, und der grün schimmernde Reptilienschuppen auf seinen Umhang genäht hatte. Der große, vernarbte Troll warf Tak in die Höhe und lachte schallend, und so sah Tak zum ersten Mal seit vielen Jahren seinen Vater wieder.

Snakobujido gönnte seinem Freund das Wiedersehen. Ein Tiger sollte schließlich auch großzügig sein. Er wusste, dass sein Vater Ewekamiji genau so prächtig und stark zurück ins Dorf gekommen wäre, wenn er noch gelebt hätte.

Der Rest des Tages war eine einzige große Feier: Beutestücke wurden verteilt. Rum und Dschungelrankenwein flossen in Strömen, Musik und Gesang erfüllten den Abend und die Nacht, und so ziemlich hinter jeder Hütte stolperte man über Vögelnde.

Snakobujido wollte von den Kriegern Geschichten über seinen Vater hören.

„Lass die für heute in Ruhe“, sagte seine Mutter irgendwann im Lauf des Abends zu ihm. "Frag sie 'n andermal, wenn sie nich so besoffen und bekifft sind." Aber er konnte es nicht lassen, weil er doch unbedingt mehr über Ewekamiji hören wollte.

Viele winkten ab. Aber inmitten der Feiernden, mit vielen Zuhörern am Feuer, sagte Taks Vater Hakumene irgendwann: „Du willst was über dein‘ Pa hör’n, kleiner Welpo? Dann hab ich ´ne Geschichte für dich! Die is‘ aber kurz, weil er so schnell gerannt is‘. Wenn du das von ihm geerbt hast, dann wirste bestimmt der schnellste Troll in der Geschichte von Sen’jin!“ Er klatschte sich auf die Schenkel und riss seinen Krug in die Höhe. "Auf Ewekamiji, den Hasenfuß!"

Snakobujidos Augen wurden immer größer und sein Grinsen verblasste, während Hakumene betrunken lachend und glucksend seine Geschichte erzählte.
Danach lief er davon so schnell er konnte, und die Nacht verbrachte er abseits der Feiernden, versteckt in der Dunkelheit.

Aber das alles half nichts: Als er am nächsten Morgen in der Dorf zurückkehrte, konnte er in all ihren Blicken sehen, dass sie sich sehr gut an Hakumenes Geschichte erinnerten. Und von nun an war alles anders. Denn nun sagten sie, er sei ein Hasenkind.
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Re: Tigerkind

#4
3

Die Monde vergingen, und so rückte das Übergangsfest immer näher. Im Sommer würden die Halbwüchsigen vor der ganzen Dorfgemeinschaft zu Jugendlichen erklärt werden. Dazu gehörten viele Tänze, lauter Gesang, das Stechen der ersten Ringe und Zeichen in die Haut und ein ritueller Kampf.

Aber das hieß noch nicht, dass auch alle Jugendlichen zu Kämpfern werden durften.

Snakobujido war sich immer sicher gewesen, dass sein Schicksal feststand: Er würde ein großer Krieger werden, so wie sein Vater Ewekamiji vor ihm. Kein einziges Mal hatte er auch nur für einen Moment daran gezweifelt, und diese Sicherheit war eine niemals versiegende Quelle für seinen Mut und seine Großzügigkeit gewesen.

Aber während nun das Übergangsfest näher rückte, wurde ihm unweigerlich klar, dass die Bewohner Sen’jins für ihn ein ganz anderes Schicksal sahen. Und mit jedem Tag, der verging, flochten sie neue Ketten, um ihn noch grausamer an dieses Schicksal zu fesseln.

„Wir brauchen nich‘ so viele Krieger“, sagte etwa die Speermeisterin Uniki, als er sie darum bat, ihn nach dem Übergangsfest als Lehrling aufzunehmen. „Und viele wollen, dass ich sie zu Kämpfern mache. Du solltest dir etwas anderes suchen.“
„Du hast keine Magie in dir“, sagte Bom’bay, der Hexendoktor. „Ich kann dich ohne Magie nich‘ zu ´nem Schamanen machen. Und ohnehin muss mutig sein, wer die Elemente beherrschen will.“
„Ein Jäger muss sich großen Bestien stellen“, erklärt der Larl, der Jagdmeister des Dorfes, „und darf nie zögern. Dich bilde ich nich‘ aus, mann.“

Sie rieten ihm, dass er Töpfer, Händler oder Fischer werden solle. Snakobujido hätte sie am liebsten angeschrien. Aber dann hätte er ganz sicher geweint, und genutzt hätte es ohnehin nichts. Denn alle kannten jetzt Hakumenes Geschichte darüber, wie sein Vater in der Schlacht davongelaufen war.

Er hatte nicht gewusst, wie sich Hoffnungslosigkeit anfühlte. Jetzt umgab sie ihn an jedem Tag seines Lebens. Er hasste sich selbst dafür, dass seine gute Laune und sein sonniges Gemüt verschwunden waren. Er mochte sich so nicht, wie er jetzt war. Aber die Quelle der Stärke, die in ihm gewesen war, schien versiegt zu sein. Er wurde grüblerisch und verschlossen.

Seine Mutter Jalujana war eine kluge Frau, und sie tat alles, um ihn zu trösten. „Es ist mir egal, was die Leute über deinen Pa sagen“, erklärte sie beim Muschelsammeln am Strand. „Ich war gern mit ihm zusammen und fand ihn krass. Wenn man ihn fragen könnte, dann würd‘ er vielleicht erklären, was da in der Scherbenwelt los war. Aber das geht nunma‘ nich‘ mehr.“

Snakobujido warf eine zerbrochene Muschel weit fort und wischte sich über die Augen. „Er war’n großer Krieger, und nie wär‘ er vor ´nem Feind weggelaufen! Hakumene lügt, der verfoohkte Scheißkerl! Ich wünschte ich könnte…“

Er zögerte, weil er den Blick seiner Mutter auf sich ruhen spürte. Als er zu ihr schaute, erschreckte es ihn, wie mitleidig sie ihn betrachtete.
Noch mehr erschütterte ihn aber das, was sie jetzt sagte.

„Vielleicht stimmt es ja, was Hakumene erzählt“, sagte Jalujana milde. „Vielleicht hat dein Pa Angst gehabt. Das kann doch sein? Vielleicht musst du kein Krieger werden, und vielleicht is‘ es so besser, weil du länger leben kannst. Vielleicht wirst du’n guter Topfmacher oder Fischer, oder ein reicher Mann mit dem Verkauf von gefärbten Stoffen oder Raptorleder. Die Loas alleine wissen was gut is‘, mein kleiner Tiger.“

In ihrem Blick lag etwas Friedliches. Er war eine Einladung, die Bitternis zu vergessen und sich einer neuen Zukunft zuzuwenden. Und für einen Moment wollte Snakobujido nicken und lächeln, und das Geschehene geschehen sein lassen. Warum auch nicht? Sicher konnte er eine andere Quelle finden, aus der sich Mut und Hoffnung schöpfen ließen. Snakobujido der Händler. Snakobujido der Töpfer. Konnten die nicht auch stolze Männer werden und ein gutes Leben führen?

Aber seine Mutter hatte ihn grade ‚kleiner Tiger‘ genannt. Auf diesen Spitznamen war Snakobujido immer stolz gewesen. Jetzt klang er plötzlich demütigend, und das war unerträglich. Es war undenkbar, dass er sich das wegnehmen ließ, was immer ihm gehört hatte. Es war undenkbar, aufzugeben.
Denn ein Tiger gab niemals auf.

In dieser Nacht schlich er aus der Hütte und stahl das einzige Schwein, das ihm und seiner Mutter gehörte. Im Felsgewirr hinter dem Dorf hielt er es fest, schnitt ihm erst die Kehle durch und dann das Herz aus dem Leib. Das rohe Fleisch und Blut ließen ihn fast kotzen. Aber mit viel Selbstbeherrschung behielt er alles, was er gekaut hatte, auch unten.

Er war nur dürrer Trolljunge, der hier im blutigen Dreck kniete, der nichts von der Welt wusste und dessen große Augen noch immer die eines Kindes waren. Aber jetzt hob er den Blick zum sternenübersäten Himmel und breitete die Arme aus. Als er sprach, da war seine Stimme angefüllt mit Glauben, wie ihn nur wenige Erwachsene für sich in Anspruch nehmen konnten.

Snakobujido sprach zum Tiger Shirvallah. Er stellte sich ihm vor und erzählte von sich, von seinem Vater und seiner Mutter. Er legte dem Loa seinen Fall dar.
Dann bot er ihm einen Handel an, mit allen Konsequenzen. Er erklärte, wie ernst es ihm darum war. Er erläuterte genau, was er brauchte und was er dafür geben würde.
Natürlich antwortete Shirvallah nicht. Snakobujido wusste, dass er sich erst würde beweisen müssen.

Dafür war das Übergangsfest ja auch da.
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Re: Tigerkind

#5
4

Ist es mutig, sich auch dann treu zu bleiben, wenn man dabei auf Widerstand stößt? Ist es feige, die Wahrheit anderer nicht einmal in Betracht zu ziehen?

Manchmal kommt es nur auf die Perspektive an.

Noch ein Beispiel: Wären wir ein Wanderer, der zum Übergangsfest nach Sen’jin reist, dann würden wir die Hauptstraße irgendwann verlassen, und noch meilenweit einem staubigen Pfad folgen. Schließlich würde der uns um die letzten Felsen herumführen, die uns die Sicht versperrt haben, und dann würden wir die Häuser und Hütten der Darkspear sehen, und dahinter das glitzernde Meer. Bunt gekleidete Trolle würden uns willkommen heißen und uns einen Becher Wein in die Hand drücken, und wir würden bald ein Teil dieses Freudentags werden, den das ganze Dorf mit seinen Halbwüchsigen feiert.

Wären wir jedoch ein Wesen, das die Welt aus jeder gewünschten Perspektive betrachten kann, dann müssten wir Sen’jin nicht auf diesem Weg erreichen. Wenn etwas unser Interesse geweckt und unseren Blick hierher gelockt hätte, dann könnten wir nun von weit oben auf das rote Land und die Küste niederblicken. Wir könnten dann herabgleiten wie ein Windhauch, uns auf diese Weise zum Dorf begeben, um dort ungesehen umherzustreifen.

Wir würden die großen Trommeln sehen, an denen schon am frühen Morgen Trolle schwitzen, und deren Rhythmus mit wechselnden Spielern bis tief in die Nacht durch alle Leiber vibrieren wird. Wir würden das geröstete Fleisch des Festmahls riechen, sowie Tabak und Rum. Aufgeregte Kinder würden vorbeilaufen, ohne uns zu sehen.
Ebenso würde es den prächtig gekleideten Gästen und Freunden der Darkspear gehen, die zum Fest eingeladen wurden und nun nach und nach eintreffen. Sie laufen staunend umher, deuten auf dieses oder jenes Kostüm, diese oder jene prachtvolle Kriegsmaske, und wir gleiten einfach durch sie hindurch.

Würden wir aus Neugier in eine Hütte hinein gleiten, dann würden wir dort vielleicht auf Tak Einhauer treffen. Gerade bereitet er sich auf den heutigen Tag vor. Heute wird er zum ersten Mal kämpfen, auch wenn es nur ein ritueller Kampf ist. Er ist nervös. Der Stab fühlt sich feucht an in seiner Hand. Aber er packt ihn fester und spricht sich innerlich Mut zu. Heute wird er zum Jugendlichen werden, und das kann er gar nicht mehr erwarten.

Als Tak dann aus der Hütte hinaustritt, wird er gleich von Meister Gadrin eingesammelt. Schnell findet er sich in einem Pulk von Dutzenden Jugendlichen wieder, die ihre Eltern erst nach dem Übergang wieder sprechen dürfen. All diese jungen Trolle sind in bunte Gewänder gekleidet, alle sind nervös, und manche von ihnen macht das einsilbig und verschlossen, während andere ganz albern werden. Die, die es übertreiben, mahnt Meister Gadrin zur Ruhe.

Tak wirft Mu’lay einen fragenden Blick zu, doch die sieht ratlos aus und zuckt nur ihre Achseln.
„Ich hab‘ Snako nich‘ geseh‘n“, flüstert sie besorgt. „Seit er vor drei Monden aus dem Dorf abgehau’n is‘, lebt er angeblich an den Klippen im Norden. Ich weiß nich’mal, ob er heute kommt.“

„Dann eben nich‘“, sagt Tak schnaubend, um seine Enttäuschung zu verbergen. „Mir is‘ es auch egal, ob er von ´nem Skorpid gefressen wird.“
Mu’lay weiß es besser und schüttelt den Kopf. „Das stimmt doch gar nich‘, mann. Du bis‘ nur wütend auf ihn, weil er wütend auf dich is‘, weil dein Vater schlecht über seinen Vater palavert hat. Ihr seid beide loco, aber er is‘ immer noch dein Freund.“

Dazu sagt Tak einfach gar nichts, weil es nichts zu sagen gibt. Und dann klappt sein Mund auf und er starrt auf einen Punkt hinter Mu’lay und grunzt überrascht.
Denn Snakobujido ist eben doch gekommen.

Anders als Tak, Mu’lay oder die anderen Kinder ist Snakobujido nicht bunt gekleidet: Er trägt nur einen Lendenschurz. Weil er so dünn ist, zeichnet sich unter seiner Haut jeder Muskel ab. In seiner Hand hält er den Stab mit den Hühnerfedern, und auf sein Gesicht hat er mit Ocker Streifen gemalt, die an die Zeichnung eines Tigers erinnern.

Für seine Freunde sieht Snakobujido seltsam aus, fremdartig und ein wenig verrückt.

Wenn da aber auch ein Wesen wäre, das die Welt aus jeder gewünschten Perspektive betrachten kann, dann würde dieses Wesen nun vielleicht einen neugierigen Blick in sein Herz werfen. Dort würde es Nervosität, Unsicherheit und Furcht finden.

Aber auch einen Funken von etwas anderem. Und wegen dieses Funkens würde seine Neugier nun erheblich wachsen.
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Re: Tigerkind

#6
5

Snakobujido umfasste seinen Stock mit einer Hand, deren Innenfläche sich viel zu feucht anfühlte. Er biss die Zähne zusammen und griff fester zu, aber nun zitterte sie sogar. Was war nur los? Es stimmte doch nicht, was Hakumene sagte? Er war kein Feigling, kein Hasenkind sondern ein Tiger!

Warum schlug sein Herz dann jetzt so schnell?

Meister Gadrin holte die Halbwüchsigen ab. Vor ihnen lag nun der Dorfplatz, mit den im Kreis sitzenden Darkspear. Monatelang hatte sich Snakobujido auf diesen Tag vorbereitet, und nun wäre er am liebsten davongelaufen.

In den Kreis zu treten war so, als würde er sich unter ein Brennglas stellen. Er und die anderen Kinder wurden von allen angestarrt. Ein Krug mit Dschungelrankenwein wurde herumgegeben und jeder durfte einen Schluck trinken. Dann gab Meister Gadrin ein Zeichen, der Rhythmus der Trommeln änderte sich und der Tanz begannt.

Genau wie die anderen wich Snakobujido den umherwirbelnden Stöcken und Füßen aus, drehte sich selbst wild umher, empfing aus dem Durcheinander Schläge und verteilte selbst welche. Genau wie die anderen war er bald schweißbedeckt. So tanzten sie sehr lange, bis ein Kind nach dem anderen zu Boden sank. Das war in Ordnung, es wurde sogar erwartet. Bald waren nur noch wenige auf den Beinen.

Im Kreis der erwachsenen Trolle konnte er Hakumene sehen: Der große Krieger überragte ihn bei weitem. Alles in Snakobujido sträubte sich dagegen, sich ihm zu nähern. Er hatte große Angst.

Und das war sehr gut und sehr wichtig, wenn sein Plan Erfolg haben sollte. Er hatte Shirvallah schließlich ein großes Opfer versprochen: Er hatte dem Loa gesagt, dass er ihm seine Angst zum Geschenk machen würde.

"Sieh hin, Tiger", flüsterte er. "Heftiger Shirvallah, siehst du mich? Ich bin Snakobujido, und ich hab' große Angst, mann. Sieh' was ich tun werde, mächtiger Loa. Sieh, was ich dir für'n Opfer bring. Ich halte mein Versprechen... weil ich mutig bin, genau wie mein Vater."

Schritt für Schritt näherte er sich Hakumene. Der beachtete ihn zuerst nicht. Aber als Snakobujido nur noch wenige Schritte von ihm entfernt war, musste er ihn unweigerlich anschauen. So standen sie dann voreinander: Der hochgewachsene Krieger und der dünne Jugendliche, dessen Hände und Füße viel zu groß für seinen schlacksigen Körper wirkten.

„Was glotzt du mich so blöde an, Hasenkind?“ Hakumene verzog den Mund. „Hops schnell zurück zu den anderen, mann!“

Aber Snakobujido schüttelte den Kopf. Als er sprach, bebte seine Stimme nur ein klein wenig.
„Du bist `n großer Krieger“, sagte er zu Hakumene. „Und ich will auch`n großer Krieger werden. Darum will ich, dass du mich ausbildest.“

Hakumene starrte ihn ungläubig an. Missgunst und Erstaunen hielten sich für einen Moment die Waage in seinem Gesicht. Dann fing er an, zu lachen.

„Das is‘ kein Witz“, sagte Snakobujido. „Du hast überall im Dorf kacke über meinen Vater Ewekamiji erzählt. Dass er feige war und so. Weil mich also kein anderer Krieger mehr ausbilden will, musst du’s jetz‘ tun. Denn wenn du es nich' tust, dann musst du gegen mich kämpfen.“

Hakumene lachte noch lauter. Er hörte gar nicht mehr auf. Er schlug sich sogar die Hände auf die Schenkel, wie er da so vor dem Kind stand, dass sich vor aller Augen lächerlich machte.

Er hörte erst auf zu lachen, als Snakobujidos Stock nach vorne schoss und ihm, begleitet von einem hässlichen Knacken, an zwei Stellen das Nasenbein brach.

Die Zuschauer sogen scharf Luft ein. Hakumene schwankte, keuchte und fasste nach seiner verbogenen Nase, aus der das Blut regelrecht hervorsprudelte. Seine Augen waren gerötet und wild, als er seinen Blick wieder auf Snakobujido richtete.

„Dafür“, sagte der Krieger zornerfüllt, „mach ich dich jetz‘ alle, Hasenkind.“ Er griff nach den Keule, die in seinen Gürtel gehakt war.

Snakobujido hätte nicht erklären können, was genau er empfand. Am ehesten war es vielleicht zu vergleichen damit, plötzlich ganz frei und unbelastet zu sein, wie ein Ballon, dessen Schnur durchtrennt worden war. Vielleicht würde er im Sturm zerfetzt werden, vielleicht würde er einen weiten Weg über das Meer fliegen. Sicher war nur, dass es kein Zurück mehr auf den Erdboden gab.
Zum ersten Mal seit Monden fand sein altes Grinsen wieder den Weg zurück auf seine Lippen.

Er sagte, ruhig und zufrieden: "Dann komm doch her, du fetter alter Scheißer."

Und dann gingen der ausgewachsene Troll und das Kind, dass gerade erst zum Jugendlichen geworden war, auch schon aufeinander los.
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Re: Tigerkind

#7
6

Für Snakobujidos weiteren Weg war der nun folgende Kampf entscheidend, und daher wäre es gut, wenn man sagen könnte, dass er episch, heldenhaft und bemerkenswert gewesen wäre.

Leider war er nur bemerkenswert hässlich.
Man stelle sich die Gesichter diverser hartgesottener und komplett bekiffter Darkspear-Krieger vor, die zunehmend von milder Verwirrung ins „Das ist zu abgefuckt!“-Territorium hinüber changieren.

Hakumene war sehr wütend und sehr viel größer als Snakobujido. Er stürmte den Jungen mit Wucht an, und Snakobujido tat in dieser Situation das eher Unerwartete: Er ließ seinen Stab los, stürmte auch vorwärts und sprang hoch, genau in Hakumenes Schlag hinein. Dadurch verfehlte ihn der Krieger und hatte nun einen Halbwüchsigen an der Brust hängen, den er mit seiner Keule hier nicht effektiv treffen konnte.

Snakobujido riss die Augen weit auf, kreischte Hakumene wild an und verbiss sich in seinem Gesicht.

Hakumene schrie. Er schrie wie ein Mann, der sehr wütend ist, und dem zugleich langsam schwant, dass Wut vielleicht nicht die einzige Emotion ist, die er in der gegebenen Situation verspüren sollte. Er ließ die Keule fallen und packte den Knaben, und zerrte an ihm. Sie stürzten und rollten kreischend und röhrend durch den Staub.

Als Hakumene seinen Gegner endlich von sich heruntergezogen hatte, klaffte eine ziemlich tiefe Wunde in seiner Wange. Jetzt hing Snakobujido allerdings an seinem Arm und biss wieder zu.

Er hob den Arm und schmetterte das Kind zwei, dreimal gegen den Boden. Weil das nicht sofort fruchtete, blieb er noch etwas länger bei dieser Strategie, bis der Junge endlich von seinem verletzten Arm herabfiel.

Er betrachtete den zusammengesackten Snakobujido misstrauisch, während er sich seine blutende Wange hielt. Er wusste noch nicht, was für eine eindrückliche Narbe er hiervon behalten würde, aber er ahnte es schon.

Als Snakobujido leise knurrte und sich aufzustemmen versuchte, machte Hakumene ein fast ungläubiges Gesicht. Dann verpasste er dem Jungen einen reflexhaften Tritt, als wäre er ein bissiger Fußball.

Der junge Troll rollte einige Schritte weit und kam grunzend zu liegen.

Hakumene schaute sich nach seiner Keule um, stapfte in ihre Richtung und hob sie auf.

Snakobujido kam in eine kauernde Stellung. Er fletschte die blutigen Zähne. Aus seiner Nase und einer Platzwunde an seiner Stirn tropfte ohnehin auch Blut.

Als Hakumene sich zu Snakobujido umwandte, wurde er der Tatsache gewahr, dass das Trollkind schon wieder mit geballten Fäusten auf ihn zustürmte. Um nichts in der Welt wollte er das kleine Monster noch einmal beißen lassen! Er stellte sich mit der Keule in der Hand so auf, als müsste er gleich einen geworfenen Ball wegschmettern.

Snakobujido bremste kurz vor Hakumene ab. Einen Moment lang fragten sich alle, ob das nun das Ende des Kampfes sein würde. Dann warf er den dicken, runden Stein, den er unbemerkt in seiner Hand gehalten hatte. Er knallte Hakumene mit einem sehr unspektakulären „Plopp“ gegen die Stirn, ließ seine Haut aufplatzen und mehr Blut über sein Gesicht strömen.

„Du kleiner…. Pissknochen!“

Hakumene presste eine Hand auf seine Stirn, um den Blutstrom aufzuhalten. Durch seine tränenden Augen war es schwer, etwas zu sehen. So kam der erste Schlag, den ihm Snakobujido mit seinem Stock versetzte, sehr unerwartet. Der zweite knallte gegen seine Schulter und der dritte traf ihn mit Wucht gegen die Mitte seines Lendenschurzes.

Hakumene bekam den Stab zu fassen, zog das Kind an sich heran und versetzte ihm einen Kopfstoß. Dann legte er die Klauen um Snakobujidos Hals.

Snakobujido hatte irgendwo ein Feuersteinmesser versteckt gehabt. Fauchend zielte er damit auf Hakumenes Kehle. Als der Krieger sein Handgelenk umfasste, ließ er das Messer in seine andere Hand gleiten und schaffte es immerhin, ihm einen Schnitt in die Brust zu versetzen, ehe es ihm endgültig entwunden wurde.

Noch einmal rollten die zwei Kämpfer über den Boden, und jetzt hatte Hakumene den kleineren Troll endlich im Würgegriff. Der kämpfte wie wild, stemmte seine nackten Füße gegen seinen Gegner, um sich zu befreien. Er gurgelte, zappelte und trieb seine Krallen tief in Hakumenes Unterarme.

Aber er kam nicht mehr los. Wie ein knurrendes kleines Tier, das bis zuletzt tapfer gekämpft hatte, zappelte er nun auf eine Weise, die verriet, dass es mit dem Zappeln bald vorbei sein würde. In seinen Augäpfeln waren schon ziemlich viele Äderchen geplatzt, so dass das Weiße nun blutrot war.

Hakumene sah allerdings, dass er grinste. Snakobujido grinste, und das trieb ihn fast in den Wahnsinn. Er schüttelte seinen Gegner, als wolle er das Leben und dieses Grinsen mit aller Macht aus ihm herausbekommen. Gleich würde es vorbei sein und er würde gesiegt haben.

Meister Gadrins Hand legte sich auf seine Schulter, und seine Stimme drang gerade so durch den roten Nebel vor Hakumenes Augen.

„Alter… du erwürgst grade ´n Kind. Darüber solltest du nochma` nachdenken, mann.“

Hakumene schaute sich um. Alle starrten ihn an. Snakobujidos Mutter hatte sich bereits den Speer eines Kriegers gegriffen und stand kurz davor, ihm den durch den Leib zu stoßen.

"Aber ich hab`.... ich hab gewonnen. Ich hab`gewonnen, ihr habt es alle geseh`n!"

"Äh, klar." Meister Gadrin sah Hakumene eher mitleidig an. "Mh, du hast gewonnen. Jetzt hör auf ihn zu würgen mann, bevor du noch mehr gewinnst."

Also ließ Hakumene Snakobujido mit zitternden Händen los. Der fiel mit dem Arsch auf den Boden. Der junge Troll schaute hoch zu Hakumene und strahlte ihn trotz seines völlig verschwollenen Gesichts mit dem hellsten, zufriedensten Arschloch-Grinsen an, das ein Typ nur zur Schau stellen konnte. Hakumene dämmerte zunehmend, dass er einen Scheißdreck gewonnen hatte.

„Ich hatte keine Angst vor dir, mann", krächzte Snakobujido heiser. "Ich bin genau so mutig wie mein Pa Ewekamiji. Und darum bin ich der Sieger, du bekackter Idiot."

Dann drehte er sich zur Seite und kotzte allen vor die Füße. Es war der perfekte Abschluss für eine perfekte Veranstaltung.
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